Ich glaube, dass Spieler (bis auf Klos), Trainer und GFs nicht mit den letzten Jahren vergleichbar sind, dürfte jedem hier bewusst sein. Und doch gibt es Parallelen, wie z.B. Außendarstellung des Vereins, Kommunikation vor und nach den Spielen, Nichthandeln in für viele offensichtliche Problemfeldern. Man hat ja den Eindruck, dass es hier wichtiger ist, Nachhaltigkeitsthemen und Anti AfD zu kommunizieren, als sich um Profifussball zu kümmern. Das kann man gut finden oder nicht und natürlich hat gesellschaftliche Verantwortung eine wichtige Priorität, aber manchmal muss man sich auch als Verein fokussieren, wenn es so beschissen läuft, wie im Moment.
Die Experimente von Kniat sind ein entscheidender Baustein, aber bei weitem nicht der einzige. Durch Wechsel und Umstellungen verlernt man nicht, Standards zu treten. Ebenso reicht das nicht, um die immer wiederkehrenden Offenbarungseide in Abwehr und Angriff zu erklären. Ich selber habe ja vor dem letzten Spiel ein Stop der Experimente gefordert. Aber am Ende fehlt dann auch die Qualität und dafür sind dann wieder alle verantwortlich, von den Spielern bis zum „Präsidium“.
Ich glaube, dass der erste Baustein für die sportliche Entwicklung der diesjährigen Mannschaft unerheblich ist. Der ist Teil des Gesamtgefüges unseres Vereins, aber ich denke nicht, dass eine Niederlage gegen Münster etwas mit der Zusammensetzung oder Ausrichtung des Vereins oberhalb der Geschäftsführung zu tun hat. Zudem sehe ich es so, dass der ehrenamtliche Präsident derjenige ist, der genau soclhe Dinge wie Nachhaltigkeit oder Anti AfD kommunizieren muss und darf. Ich fänd es kritischer, wenn das Mutzel oder Klos tun würden.
Sportlich ist für mich Kniat der Stein des Anstoßes. Das eine sind die taktischen Experimente. Das andere ist aber das Verhalten gegen den Ball. Als Xabi Alonso nach Leverkusen kam, da hat er erst mal 6 Wochen Abwehrverhalten trainiert und dann das spielerische in den Fokus gerückt. Hier wird sich zu tode taktiert, mit ins Mittelfeld aufrückenden Außenverteidigern, Dreier- und Viererketten und nicht vorhandenen 6ern, bei immer wieder wechselndem Personal. Wenn ich so agiere, wie Kniat das derzeit macht, dann spielt sich nix ein. Ich will es nicht überstrapazieren, aber unter Neuhaus wurde das neue System mit einer Stammelf eingespielt, die nur dann auf einzelnen Positionen Wechsel durchlief, wenn jemand verletzt war. Bei Kniat spielen jede Woiche drei andere und müssen andere taktische Aufgaben bewältigen, weil er sich ständig am Gegner ausrichtet und den in Grund und Boden analysiert. Deshalb kommt ja auch so eine Scheiße wie gegen Ulm in der ersten Hälfte zu Stande. Von Standards rede ich erst gar nicht!
Ich sehe es so: entweder bekommt Kniat in den nächsten drei Wochen die Kurve oder er muss die Kurve kratzen!