An der Sache vorbei ist es überhaupt nicht, denn nur wenn Neuhaus jetzt die aktuelle Truppe übernehmen würde, könnte man Richies Hypothese überprüfen.
So bleibt es ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen.
Ich habe die Arbeit von Neuhaus auch sehr geschätzt, aber Holzfüße waren die damaligen Kicker sicher nicht.
Ihr zieht euch in meinen Augen zu sehr an der Person hoch und zu wenig am System. Neuhaus war kein "on Trick Pony", sondern er hatte ein Spielsystem, dass die Spieler zu 100% drin hatten und das in der zweiten Liga kaum zu verteidigen war, obwohl alle wussten wie er spielen lässt. Neuhaus hat Spielzüge üben lassen und Spieleröffnung, obwohl am Anfang alle gekotzt haben.
Es stimmt schon, Kniat will variabler sein und sich mehr anpassen. Aber Spitzenmannschaften spielen ihren Stiefel runter. Was mir bei Kniat fehlt ist, dass er nach vorne Spielzüge einstudiert, die man dann auf dem Feld auch sieht. Die Grundidee den Flügel zu überlagern kann man ja durchaus erkennen. Aber die bisherige Risikoarmut, für die ihn Weber heute in der NW ausdrücklich lobt, macht halt den Fußball komplett unattraktiv. Zum anderen nutzt das Überlagern des Flügels nur dann was, wenn die Spieler am Ende entweder eine ordentliche Flanke in einen besetzten Raum schlagen oder im Dribbling in den Strafraum gehen und dann flach einen besetzten Raum anspielen. Der berühmte letzte Pass ist halt meistens Mist! Deshalb spielen wir im Moment eher wie ein Aufsteiger.
Zu guter letzt darf man nicht vergessen, dass man im letzten Jahr gegen massive Abwehrreihen zur Not noch die "Klos-Komponente" hatte. Spiel das Ding lang und Klos macht ihn zu 85% fest und leitet ihn verwertbar weiter. Zudem hat er im Strafraum immer für Räume gesorgt. Im ersten Eindruck kann Kania diese Lücke aber hoffentlich zeitnah schließen - Becker kann es zumindest am Boden leider nicht.
Unser Trainer heisst im Moment Kniat. Also müssen wir uns wohl oder übel mit seiner Spielidee anfreunden. Solange er Erfolg hat, wird das auch passieren. Nur wird die Lunte der Zuschauier bei einer Niederlagenserie wesentlich kürzer sein, als bei einem anderen Trainer.