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Beiträge von error404

  • Alles zu Jonas Kersken

    • error404
    • 20. September 2026 um 16:46
    Zitat von 33615

    Meinst Du nicht das die fünf Profitorwarte, die da im Training rumlaufen, daß wesentlich besser beurteilen und trainieren können? Absurd ist, wenn ein Zuschauer solche Dinge mit absolut null Kenne so etwas kritisiert.

    Ganz offensichtlich ja nicht, wenn man sich die 11m-Statistiken von Kersken anschaut. Bei Kerskens Elfmetern wird mir mittlerweile zu viel relativiert. Ich habe mir mal die Mühe gemacht: seit der Saison 25/26 (inkl. Pokalspiele) bis jetzt hat Kersken von 10 Elfmetern sagenhafte 0 gehalten. Dabei hat er sich 8 mal für die falsche Ecke entschieden und blieb zwei mal in der Mitte stehen, hielt den Ball aber nicht. Vor der 2. Liga schien es etwas besser gewesen zu sein.

    Die zwei Situationen, in denen er in der Mitte bleibt, lasse ich bei der Eckentscheidung sogar außen vor, obwohl man argumentieren könnte, dass er da auch nicht in der richtigen Ecke war. Bei den anderen acht Elfmetern hat er 8 von 8 Mal die falsche Ecke gewählt. Bei einer simplifizierten 50:50-Annahme liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei gerade einmal 0,39 % – etwa 1 zu 256 (!!!). Das ist definitiv keine Serie, die man einfach als Zufall abtun sollte. Zumal man auf den Bildern immer wieder sieht, dass Kersken sich sehr früh festlegt und abspringt, bevor der Schütze den Ball trifft. Dadurch macht er es dem Schützen unnötig leicht, die andere Ecke zu nehmen.

    Und dass Elfmeterschießen keine reine Lotterie für den Torwart ist, zeigt gerade Atubolu: sechs gehaltene Bundesliga-Elfmeter in Folge, insgesamt 6 von 9. Bei ihm sieht man ein bewusstes Vorgehen mit Täuschungsbewegungen und spätem Abtauchen.

    Natürlich wissen Torwarttrainer mehr als wir. Aber „die werden schon wissen, was sie tun“ ist kein Argument dafür, eine auffällige Serie nicht zu hinterfragen. Wenn ein Torwart achtmal die falsche Ecke wählt und sich dabei wiederholt sehr früh festlegt, darf man durchaus von einem technischen bzw. taktischen Problem sprechen – und da das weiterhin nicht „behoben“ wurde, darf und muss man das Torwartteam ganz klar kritisieren. Die Daten stammen u.a von Transfermarkt und dem Kicker, falls das jemand verifizieren möchte.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 23. August 2026 um 10:22
    Zitat von eLi

    Wenn es so einfach wäre den Ausgang einer Saison nach 2 Spieltagen + 1. Pokalrunde vorherzusagen, könnten alle Wettanbieter ihren Laden dicht machen.

    Und welche zwei Führungsspieler wurden abgegeben? Lannert war vieles, aber sicherlich kein klassischer Führungsspieler. Wenn man einen Bauer beim Training beobachtet, war es definitiv die richtige Wahl von Kirch.

    Ändert nichts an der Tatsache, dass wir noch Verstärkungen brauchen, das wird auch ein Mutzel wissen. Wie schon des öfteren festgestellt, sind wir nicht gerade die attraktivste Adresse am Markt, wenn kein passender Stürmer oder LA oder wer auch immer zu uns wechseln will, hilft auch der beste Sportdirektor der Welt nichts. Wenn dann nur der nächste Young im Bereich des möglichen war, ist das Gemecker hier dann noch größer. Vllt. ist Mutzel auch zu blöd, kann sein, ich gehe aber davon aus, dass er es nicht ist, sonst hätte er uns nicht aus dem Nichts einen Kader zusammengestellt der innerhalb von 2 Jahren 3. Ligameister wurde.

    Niemand behauptet, dass man nach drei Pflichtspielen den Saisonverlauf vorhersagen kann. Es sind drei Spiele gespielt, daraus kann man weder eine Euphorie noch eine Katastrophenprognose ableiten. Man kann aber sehr wohl erste Eindrücke gewinnen und bereits vor der Saison erkennbare Risiken weiterhin kritisch betrachten.

    Auch bei Lannert finde ich die Argumentation ziemlich gewagt. Wie will man aus der Distanz seriös beurteilen, ob jemand Führungsqualitäten besitzt oder nicht? Es gibt unterschiedliche Führungsstile, und nur weil jemand nicht permanent laut auf dem Platz herumkommandiert, heißt das nicht, dass er keine Führungspersönlichkeit ist. Lannert war nicht umsonst über einen längeren Zeitraum Vizekapitän. Ob man ihn sportlich ersetzen musste, kann man diskutieren – seine Führungsqualitäten aber aus der Ferne einfach abzuschreiben, halte ich für ziemlich anmaßend.

    Was ich allerdings überhaupt nicht verstehe, ist das Argument, Arminia sei eben keine attraktive aAdresse und wenn der passende Spieler nicht kommen wolle, könne auch der beste Sportdirektor nichts machen. Das ist doch letztlich genau die Aufgabe eines Sportdirektors. Natürlich ist der Markt schwierig. Natürlich konkurrieren wir mit anderen Vereinen. Aber Mutzel ist nicht dafür da, fertige Spieler von der Stange einzukaufen, die sowieso jeder haben will. Seine Aufgabe ist es, Spieler zu identifizieren, die für Arminia einen Mehrwert darstellen, bevor sie für alle anderen attraktiv werden – oder einen Spieler entsprechend von Arminia zu überzeugen.

    Und man sollte Arminia auch nicht kleiner machen, als der Verein ist. Wir reden über einen deutschen Zweitligisten, mit einem relativ großen Umfeld, der Euphorie der vergangenen Jahre im Rücken und einer gewissen wirtschaftlichen und sportlichen Perspektive. Zu behaupten, es gäbe auf dem gesamten internationalen Markt kaum einen Spieler, der uns qualitativ verstärken könnte und gleichzeitig zu uns kommen würde, halte ich für eine ziemlich absurde Prämisse.

    Natürlich wird nicht jeder Transfer funktionieren. Natürlich wird man bei manchen Spielern den Kürzeren ziehen. Das gehört dazu. Aber genau deshalb braucht man einen guten Sportdirektor: Er muss auch dann Lösungen finden, wenn die naheliegenden Lösungen nicht verfügbar sind.

    Und zuletzt noch dieses „Mutzel kann es ja gar nicht schlecht machen, schließlich hat er uns zum Drittliga-Meister gemacht“: Das ist für mich kein Argument. Die damalige Leistung kann man anerkennen und trotzdem die aktuelle Arbeit kritisch hinterfragen. Vergangener Erfolg ist kein Freifahrtschein .

    Niemand verlangt, nach drei Spielen den Ausgang der Saison vorherzusagen. Aber man darf sehr wohl feststellen, dass die Mannschaft weiterhin erkennbare Baustellen hat und von einem Sportdirektor erwarten, dass er diese Baustellen behebt, statt sie permanent mit der Schwierigkeit des Marktes und den geringen finanzielle Mitteln zu erklären. Mal ist der Markt überhitzt, mal wegen der WM nicht in Bewegung gekommen, das mag alles sein, aber so ist das Profigeschäft nunmal und das darf einfach für einen Vollprofi wie Mutzel keine Ausrede sein.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 12. August 2026 um 23:23
    Zitat von eLi

    Aber hört doch bitte auf, unseren Verantwortlichen die absoluten Basics abzusprechen und ihnen vorzuwerfen sie kennen z.B. das Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht..

    Ich habe nichts dergleichen unterstellt. Natürlich wird Mutzel wissen, dass ein abgebender Verein seine Forderungen erhöhen kann, wenn der Käufer unter Zeitdruck steht. Die Frage ist vielmehr, warum man sich trotzdem in eine Situation gebracht hat, in der diese Mechanismen nun besonders stark gegen einen wirken können.

    Eine gute Kaderplanung besteht schließlich nicht nur darin, am Ende die richtigen Spieler auf dem Zettel zu haben. Sie muss auch berücksichtigen, wann man welche Spieler benötigt und welche Verhandlungssituation man sich dadurch schafft. Wenn ich bereits weiß, dass ich auf mehreren Positionen Qualität brauche, kann es durchaus sinnvoll sein, einen Teil dieser Baustellen frühzeitig zu schließen und mir damit Handlungsspielraum für die späteren Königstransfers zu verschaffen.

    Und genau da liegt die Kritik. Nicht: „Mutzel weiß nicht, wie Transfers funktionieren.“ Sondern: „Vielleicht war die Entscheidung, so viele Entscheidungen auf die letzten Wochen des Transferfensters zu verschieben, strategisch nicht optimal.“

    Auch das Argument, niemand wisse, was hinter den Kulissen passiert, ist zwar richtig, aber letztlich kein Totschlagargument gegen jede Kritik. Natürlich kennen wir die konkreten Verhandlungen nicht - wie auch.Wir kkönnen aber nur das beurteilen, was öffentlich sichtbar ist. Und das ist nun einmal ein Kader, der bereits offensiv Probleme hatte, aus dem möglicherweise einer der wichtigsten Offensivspieler geht und bei dem gleichzeitig noch erheblicher Bedarf besteht.

    Dass Mutzel womöglich längst Alternativen für einen Momuluh-Abgang auf dem Zettel hat, stelle ich überhaupt nicht infrage. Aber ein Plan auf dem Papier ist noch kein erfolgreicher Transfer. Entscheidend ist, zu welchen Konditionen man diese Spieler bekommt, wie viele Alternativen man tatsächlich hat und wie viel Zeit einem noch bleibt.

    Und genau deshalb finde ich den Angebot-und-Nachfrage-Punkt keineswegs Quatsch. Das ist keine Unterstellung, dass Mutzel die Grundlagen der Marktwirtschaft nicht verstanden hätte. Es ist eine Beschreibung der objektiven Rahmenbedingungen, in die sich Arminia durch den bisherigen Verlauf der Transferperiode hineinmanövriert hat.

    Ein guter Sportdirektor kann diese Mechanismen kennen und trotzdem eine Strategie wählen, durch die seine Verhandlungsposition am Ende schlechter wird. Kompetenz schützt nichtdavor, dass eine strategische Entscheidung ein Risiko erzeugt.

    Und genau dieses Risiko darf man meiner Meinung nach kritisieren, ohne daraus zu schließen, dass bei Arminia „nur Praktikanten arbeiten“.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 12. August 2026 um 22:49

    Wenn Momuluh tatsächlich geht, fällt Mutzel die bisherige Transferstrategie aus meiner Sicht endgültig auf die Füße.

    Wir verlieren damit womöglich unseren besten und konstantesten Offensivspieler und das bei einer Mannschaft, die ohnehin schon Probleme im Angriff hat. Gleichzeitig fehlen dann aus meiner Sicht mindestens ein linker und rechter Außenspieler sowie ein Stürmer. Und das Transferfenster nähert sich dem Ende.

    Genau hier zeigt sich für mich das Problem des bisherigen Abwartens: Je später man mehrere dringend benötigte Spieler verpflichten muss, desto schlechter wird die eigene Verhandlungsposition. dDas ist letztlich ein ganz banaler Marktmechanismus: Wenn die Nachfrage hoch und das Angebot an verfügbaren Spielern begrenzt ist, steigt der Preis. Und wenn der Verkäufer zusätzlich weiß, dass der Käufer unter Zeitdruck steht und kaum Alternativen hat, verschiebt sich die Verhandlungsmacht noch weiter auf seine Seite.

    Die anderen Vereine wissen schließlich ebenfalls, dass Arminia Bedarf hat. Sie wissen, dass die Zeit drängt und dass nach einem möglichen Momuluh-Verkauf zusätzliche Mittel vorhanden sind. Das erhöht nicht gerade die Chancen auf einen günstigen Deal. Im Gegenteil: Man läuft Gefahr, für Spielerjetzt einen Knappheits- und Dringlichkeitsaufschlag zu bezahlen.

    Genau deshalb halte ich es für problematisch, dass man bislang so stark auf die späten Spitzenverstärkungen gesetzt und gleichzeitig kaum Breite und Entwicklungspotenzial hinzugeholt hat. Jetzt muss man möglicherweise in kurzer Zeit mehrere Löcher stopfen (qualitativ hochwertig) – in einem Markt, in dem die eigene Nachfrage plötzlich besonders offensichtlich ist und andere Vereine auch noch mitmischen.

    Man hat sich damit gewissermaßen selbst in eine Auktion begeben, bei der jeder weiß, dass man unbedingt kaufen muss. Und das ist selten die Ausgangslage, in der man am Ende den besten Preis bekommt.

  • 1. Spieltag : Karlsruher SC - Arminia Bielefeld

    • error404
    • 8. August 2026 um 15:41

    Nach dem ersten Spiel sollte man natürlich noch kein endgültiges Urteil über Kirch oder gar die Saison fällen. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich heute nur sehr wenig gesehen, was mich im Vergleich zur vergangenen Saison optimistisch stimmt.

    Defensiv machen wir uns weiterhin das Leben unnötig schwer. Die Zuordnung stimmt teilweise nicht, wir verlieren zu viele Zweikämpfe und Kersken strahlt leider weiterhin eine Unsicherheit aus, die sich für einen Torwart auf diesem Niveau einfach nicht leisten lässt. Teilweise wirkte die gesamte Mannschaft körperlich platt. Dazu passen die rund sechs Kilometer weniger Laufleistung als beim KSC. Natürlich sind Kilometer kein Selbstzweck, aber gerade eine Mannschaft wie Arminia muss über Einsatz und Laufbereitschaft vieles kompensieren, wenn spielerisch nicht alles funktioniert. Kniats Fixierung auf die Laufleistung wurde zwar oft belächelt, aber die Mannschaft war topfit und konnte kurz vor Abpfiff häufig noch gefährlich werden, da die Spieler nach 80 min schlicht fitter waren, als die Gegner; von einer Sturm und Drang Phase in den letzten Minuten war heute meiner Meinung nach wenig(er) zu sehen als sonst5.

    Auch spielerisch war das für mich sehr schwach. Die Passquote war schlechter als im vergangenen Jahr, gleichzeitig haben wir m.M.n. kaum gefährliche Offensivaktionen herausgespielt. Die Ecken kamen - zumindest kam es mir so vor - auch ungenauer. Bei der defensiven Standard-Zuordnung sehe ich bislang keinen Fortschritt.

    Ein paar positive Dinge gab es trotzdem: Die Flanken aus dem Spiel heraus kamen besser als in der vergangenen Saison. Und Kirchs Wechsel haben mir gefallen, weil er zumindest versucht hat, aktiv auf das Spiel einzuwirken und die Statik zu verändern. Dieses aktive Coaching hat mir unter Kniat häufig gefehlt. Auch seine klare Kommunikationsweise und das fehlende „schönreden“ finde ich recht angenehm.

    Bauer ist mir als neuer Kapitän dagegen noch nicht sonderlich aufgefallen. Das möchte ich ihm nicht zum Vorwurf machen, er muss erst in die Rolle hineinwachsen.

    Unterm Strich bleibt für mich aber vor allem die ernüchternde Erkenntnis: Nach dem Trainerwechsel sieht vieles erstaunlich ähnlich aus. Das heißt nicht, dass Kirch der falsche Trainer ist. Nach einem Spiel wäre das völlig absurd. Aber er hat aber offensichtlich noch sehr viel Arbeit vor sich.

    Und genau deshalb halte ich auch die Kaderplanung weiterhin für so wichtig. Wenn die Mannschaft strukturell noch immer ähnliche Probleme zeigt wie im vergangenen Jahr, kann man nicht erwarten, dass ein neuer Trainer allein alles löst. Kirch braucht Zeit und er braucht zusätzliche Qualität und Spieler, die ihm taktisch neue Möglichkeiten geben.

    Panik ist nach einem Spiel völlig fehl am Platz. Aber so zu tun, als hätte man heute bereits einen deutlichen Fortschritt gegenüber der vergangenen Saison gesehen, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 2. August 2026 um 20:32

    Ich glaube nicht, dass Mutzel planlos handelt – ganz im Gegenteil. Ich bin überzeugt, dass er nach bestem Wissen und Gewissen arbeitet. Sein eigener Ruf ist schließlich unmittelbar an den sportlichen Erfolg von Arminia geknüpft. Er hat am allerwenigsten ein Interesse daran, dass die Kaderplanung scheitert.

    Gerade deshalb finde ich die aktuelle Transferstrategie diskussionswürdig.

    Mutzel hat mehrfach betont, dass der Kader grundsätzlich ggut aufgestellt sei und nur noch Spitzenverstärkungen gesucht würden. Das ist ein nachvollziehbarer Ansatz. Gute Spieler werden oft erst spät verfügbar, und man möchte vermutlich lieber auf Qualität warten, als vorschnell Durchschnitt zu verpflichten.

    Mein Kritikpunkt ist daher nicht, dass man auf Spitzenverstärkungen wartet, sondern dass man die Strategie nahezu ausschließlich darauf auszurichten scheint.

    Wir kommen schließlich aus einer Saison, in der der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag gesichert wurde. Für mich ist das keine Ausgangslage, die es rechtfertigt, den Kader eher zu verkleinern und darauf zu hoffen, dass wenige späte Transfers den entscheidenden Unterschied machen. Das kann funktionieren ä, es erhöht aber auch das Risiko erheblich.

    Denn selbst eine Spitzenverstärkung ist keine Garantie. Verletzungen, Formschwankungen oder eine schwierige Eingewöhnung lassen sich nnie ausschließen. Konzentriert man einen großen Teil der Planung auf wenige Spieler, wird man automatisch abhängiger davon, dass genau diese auch einschlagen.

    Deshalb erschließt sich mir nicht, warum Potenzialtransfers offenbar kaum eine Rolle spielen. Dabei erfüllen sie eine ganz andere Funktion als eine Sofortverstärkung. Sie erhöhen den Konkurrenzkampf, bringen neue Impulse und bieten die Chance, dass sich einer überraschend zum Leistungsträger entwickelt und eventuell mal einen hohen Verkaufserlös generiert. Gerade Vereine mit Arminias finanziellen Möglichkeiten haben in der Vergangenheit immer wieder davon profitiert, Spieler zu holen, bevor sie jeder auf dem Zettel hatte.

    Gerade Kirch kommt aus dem Nachwuchsbereich und kennt den Markt für entwicklungsfähige Spieler sehr gut. Deshalb hätte ich eigentlich erwartet, dass ein oder zwei solche Spieler auch auf seinen Wunsch hin verpflichtet werden. Bislang ist davon wenig zu sehen. Das muss nicht bedeuten, dass intern nichts versucht wurde, aber es verstärkt bei mir den Eindruck, dass der Fokus derzeit sehr stark auf wenigen späteren Spitzenverstärkungen liegt.

    Oft wird argumentiert, dass man den Nachwuchs nicht blockieren wolle. Ja, Eigengewächse brauchen Perspektiven. Aber Einsatzzeiten sollten über Leistung entstehen und nicht dadurch, dass auf einer Position schlicht kaum Alternativen vorhanden sind. Junge Spieler entwickeln sich in der Regel besser, wenn sie sich gegen gute Konkurrenz behaupten müssen. Wer sich dort durchsetzt, ist am Ende auch wirklich bereit.

    Genau deshalb hätte ich mir einen ausgewogeneren Ansatz gewünscht: Natürlich auf die ein oder zwei erhofften Spitzenverstärkungen warten, aber parallel bereits entwicklungsfähige Spieler verpflichten, die den Kader verbreitern, Konkurrenz schaffen und langfristig Potenzial besitzen. Solche Transfers wären, so glaube ich zumindest, unabhängig von der WM möglich gewesen.

    Vielleicht geht Mutzels Plan am Ende voll auf. Das würde mich sogar freuen. Meine Skepsis richtet sich deshalb nicht gegen Mutzel als Person, sondern gegen das Risikoprofil der gewählten Strategie. Mir erscheint sie angesichts der Ausgangslage nach der vergangenen Saison unnötig anfällig. Und genau deshalb halte ich es für legitim, sie kritisch zu hinterfragen.

  • Alles zu Jonas Kersken

    • error404
    • 21. Juli 2026 um 16:52


    Ich glaube, man muss zwei Dinge voneinander trennen: Kerskens Potenzial und seine Saison 25/26.

    Dass mehrere Vereine an ihm interessiert sind, überrascht mich nicht. Er bringt Eigenschaften mit, die im modernen Fußball enorm gefragt sind. Als mitspielender Torwart gehört er statistisch sogar zu den besten der Liga (94. Perzentil als Sweeper), kommt häufig aus dem Tor, antizipiert gut und pflückt hohe Bälle überdurchschnittlich sicher herunter (76. Perzentil). Sein Spiel auf der Linie und seine Reflexe sind auch überdurchschnittlich.

    Trotzdem finde ich die Behauptung, er habe eine gute Saison gespielt, statistisch schwer haltbar. Gerade bei den Kernaufgaben eines Torwarts sprechen die Zahlen eher eine andere Sprache: nur 64,2 % gehaltene Bälle, -3,56 Goals Prevented (also rund 3–4 Gegentore mehr kassiert als ein durchschnittlicher Zweitligatorwart bei gleicher Schussqualität), fünf Fehler mit direkter Torfolge(laut Statistik, die die er mit eingeleitet hat werden gar nicht erfasst) und nur fünf Zu-Null-Spielesowie keinen gehaltenen Elfmeter sind keine Werte, die auf eine starke Saison schließen lassen.

    Sein Passspiel ist zumindest passabel: Mit 651 erfolgreichen Pässen und über 200 angekommenen langen Bällen gehört er hier quantitativ ins obere Mittelfeld der Liga. Nur bei der Passpräzision, sowohl bei den langen als auch kurzen Pässen ist er im Ligavergleich unterdurchschnittlich, was aber stark mit Kniats Spielweise korreliert.

    Die Werte stammen u.a. aus FotMob und werden dort ligaweit mit allen Zweitliga-Torhütern verglichen. Die Perzentile zeigen also, in welchem Bereich ein Spieler im Vergleich zu seinen Positionskollegen liegt. Natürlich bilden Statistiken nie die ganze Wahrheit ab und ein Torwart ist immer auch von seiner Defensive abhängig. Aber wenn mehrere Kennzahlen in dieselbe Richtung zeigen, sollte man sie zumindest nicht komplett ignorieren.

    Ich glaube sogar, dass das Interesse anderer Vereine darin begründet liegt, dass Sie nicht den Torwart der Saison 25/26 verpflichteb wollen, sondern einen 24-Jährigen mit einem modernen Torwartprofil, der sowohl außerhalb der Linie als Sweeper sowie auf der Linie und beim Abfangen hoher Bälle bereits überdurchschnittlich ist. Die Hoffnung wird sein, dass sich die klassischen Torwarttugenden – insbesondere Strafraumbeherrschung, Passspiel und Konstanz – mit zunehmender Erfahrung noch entwickeln. Genau deshalb halte ich sowohl das Interesse anderer Vereine als auch die Einschätzung, dass seine vergangene Saison insgesamt eher unterdurchschnittlich war, für zwei Aussagen, die sich überhaupt nicht widersprechen.

  • Der 2. Bundesliga-Thread

    • error404
    • 17. Juli 2026 um 16:24
    Zitat von Richie

    Interessant übrigen, nur als Feststellung und nicht als Kritik, dass die feste Verpflichtung der Leihspieler in Dresden als gute Arbeit angesehen wird, während das hier eher kritisch und als "zu wenig" gesehen wird.

    Ich glaube, die unterschiedliche Wahrnehmung hat vor allem zwei Gründe.

    Zum einen hat Dresden insgesamt bereits ein Dutzend Neuzugänge verpflichtet. Selbst wenn man Bauer und Rochelt bei Arminia als Neuzugänge zählt, stehen wir aktuell bei gerade einmal drei.

    Zum anderen sind die Fälle nur bedingt vergleichbar. Bei Bauer war durch die Kaufpflicht im Falle des Klassenerhalts ohnehin früh klar, dass er bleiben würde. Und bei Rochelt muss man auch sagen, dass er in der Rückrunde keine Bäume ausgerissen hat. Dass Hannover ihn für eine überschaubare Ablöse an einen direkten Ligakonkurrenten abgegeben hat, spricht zumindest dafür, dass das Interesse an ihm überschaubar war.

    In Dresden ist die Ausgangslage eine völlig andere. Mit bislang über drei Millionen Euro Ablöse gehören sie zu den größten Investoren der 2. Liga und bewegen sich damit auf einem historischen Niveau für den Verein.

    Vor allem aber geht es um die Spieler selbst: Wagner (Marktwert 2,5 Mio. €), Bobzien (2,0 Mio. €) und Keller waren absolute Leistungsträger der Rückrunde. Bei allen drei schien eine feste Verpflichtung aufgrund von Marktwert, Vertragslage und erwartetem Interesse anderer Vereine zunächst völlig unrealistisch. Dass Dresden diesen Kern am Ende dennoch halten konnte, war alles andere als selbstverständlich und ist für mich der eigentliche Grund, warum diese Transfers so positiv bewertet werden.

    Deshalb kommt es meiner Meinung nach zu der unterschiedlichen Wahrnehmung – Dresden hat alle Spieler gehalten, bei denen fast jeder davon ausgegangen ist, dass sie komplett außer Dresdens Reichweite liegen würden.

  • Ex-Armine Christopher Lannert

    • error404
    • 14. Juli 2026 um 21:09
    Zitat von RuhrArmine

    Woher kommt die Info? Und wo zieht es ihn hin?

    Steht in der NW; wohin es ihn zieht, ist noch unklar.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 26. Juni 2026 um 09:03
    Zitat von hamus

    Ich glaube nicht, dass ich Dich nicht verstehe. Dein Ansatz ist, Spieler mit Hilfe von Statistiken „objektiver“ zu bewerten als es Trainer wegen ihrer Voreingenommmenheit tun. Und dass Fußball in hohem Maße berechenbar wäre.

    Dabei übersiehst Du in meinen Augen, dass wir hier kein Computerspiel treiben. Sondern dass es menschliche Faktoren gibt. Korrigier mich, aber es gibt keine Statistik, die die Körpersprache einzelner Spieler erfasst, ob sie die Mitspieler nach Gegentoren motivieren, ob sie den Ball fordern oder sich wegducken, ob sie sich freilaufen etc.

    Auf mein Argument, dass uns mit Corboz und Knoche Mentalitätsspieler verlassen, gehst Du null ein.

    Du hältst Dich für klüger als Nagelsmann, mindestens als Kniat.

    Du wirkst auf mich sehr verkopft und ich frage mich, ob Du schon mal ein Team geführt hast. Sorry für die vielleicht zu persönliche Kritik, aber das Versteifen allein auf Statistiken bringt es nicht. Und dass sich Erheben über Nagelsmann oder Kniat oder andere Experten wirkt halt auf mich unsympathisch. Die nw wird Jörg Weber schon geprüft haben, wenn sie ihn als Experten schreiben lässt. Auch Titel bekommt man, anders von Dir unterstellt, im Berufsleben durch Leistung (die man so oder so messen kann).

    Was hast Du in Deinem Leben als Spieler oder Trainer geleistet, um Leuten wie Nagelsmann oder Kniat derart die Kompetenz abzusprechen?

    Alles anzeigen

    Ich finde, hier wird ein bisschen aneinander vorbeidiskutiert.

    Der ursprüngliche Punkt war doch gar nicht, dass Statistiken Trainer ersetzen oder Fußball vollständig berechenbar machen. Es ging lediglich darum, dass Daten helfen, menschliche Wahrnehmungsfehler (Bias) zu reduzieren. Das ist in Wissenschaft, Wirtschaft und mittlerweile auch im Profisport gelebte Praxis.

    Deine Antwort widerlegt diese Aussage aber nicht, sondern wechselt auf eine andere Ebene. Aus “Statistiken sind eine belastbare Entscheidungsgrundlage” wird plötzlich “Du hältst dich für klüger als Nagelsmann”, “Du glaubst nur an Zahlen” oder “Du hast wohl noch nie ein Team geführt”. Das sind persönliche Zuschreibungen, aber keine inhaltliche Auseinandersetzung mit der eigentlichen These.

    Dass es im Fußball weiche Faktoren gibt, bestreitet doch niemand. Natürlich sind Mentalität, Kommunikation oder Körpersprache relevant. Nur folgt daraus eben nicht, dass objektive Leistungsdaten an Aussagekraft verlieren.

    Im Gegenteil: Gerade weil Menschen Wahrnehmungsfehler haben, investieren heute praktisch alle Profivereine enorme Summen in Datenanalyse. Liverpool, Brighton, Brentford, Como oder Midtjylland sind bekannte Beispiele dafür, wie datengetriebenes Scouting sportliche Vorteile schaffen kann. Auch in Deutschland verfügen sämtliche Profiklubs über Analyseabteilungen. Das geschieht nicht, weil Trainer keine Ahnung hätten, sondern weil Daten ihre Entscheidungen ergänzen und häufig sogar bessere Entscheidungen ermöglichen.

    Das berühmte “Moneyball”-Prinzip beruht genau auf dieser Idee: Nicht der Mensch wird ersetzt, sondern seine blinden Flecken werden durch empirische Auswertungen reduziert.

    Auch das Argument mit den Mentalitätsspielern überzeugt mich nicht vollständig. Natürlich kann ein Spieler wichtig für die Kabine sein. Aber am Ende wird Fußball auf dem Platz entschieden. Qualität und Leistung bleiben die Grundlage. Wenn Mentalität allein Spiele gewinnen würde, wären Mannschaften mit den lautesten Führungsspielern automatisch erfolgreich – das erleben wir aber regelmäßig nicht.

    Und selbst bei den sogenannten weichen Faktoren gibt es enorme Interpretationsspielräume. Der eine empfindet einen Spieler als geborenen Leader, der andere als überheblich. Der eine sieht einen Motivator, der andere jemanden, der Mitspieler permanent zusammenfaltet. Genau deshalb sind solche Einschätzungen oft subjektiv. Leistungsdaten mögen ebenfalls nicht perfekt sein, sie sind aber zumindest reproduzierbar und für jeden nach denselben Maßstäben nachvollziehbar.

    Am meisten gestört hat mich allerdings der Wechsel von der Sach- auf die Personenebene. Ob jemand selbst Trainer war oder nicht, sagt nichts darüber aus, ob sein Argument richtig oder falsch ist. Sonst dürfte niemand Trainerentscheidungen diskutieren, Transfers bewerten oder Journalisten kritisieren. Argumente werden nicht durch den Lebenslauf ihres Urhebers richtig, sondern durch ihre Begründung.Am Ende arbeiten die erfolgreichsten Vereine längst so, wie es hier beschrieben wurde: Sie kombinieren Erfahrung, Menschenkenntnis und Datenn.

  • Ex-Cheftrainer Michél Kniat

    • error404
    • 24. Juni 2026 um 15:16
    Zitat von Chrissi-DT

    Hat Mutzel denn Kniat entlassen? Weißt du mehr? Haus raus...!

    Im NW-Podcast „Schwarz-Weiß-Schlau“ sagt Herr Linnenbrügger bei etwa Minute 2:40 wörtlich: „Jetzt hab ich mir gedacht, nachdem Mitch Kniat aufgegeben wurde – so formuliere ich es mal – könnte auch weniger Platz für Mael Corboz sein […].“

    Zusammen mit der Bemerkung aus einer früheren Folge, dass Kniat nach seiner Demission noch einmal vorbeigeschaut habe, man darüber aber nichts erzählen dürfe, lässt mich diese Wortwahl aufhorchen. „Aufgegeben wurde“ klingt jedenfalls nicht nach einer freiwilligen Entscheidung Kniats, sondern eher danach, dass der Verein die Reißleine gezogen hat. Natürlich bleibt das Spekulation, aber die Formulierung ist schon interessant.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 22. Juni 2026 um 13:32
    Zitat von Block06

    Naja, wenn der Anspruch ist, wieder eine Saison zu spielen, in der man in der Halbzeit des letzten Spieltags abgestiegen war, sollte man Telalovic sicherlich verpflichten.
    Ansonsten darf das Regal schon etwas höher sein. Gerade für eine Stürmer muss man schon mal etwas in die Tasche greifen.
    Und ja, genau, 8 Spieler haben das geschafft. Warum genau sollte es für Arminia nicht möglich sein, einen solchen Spieler zu verpflichten, wenn fast in jeder zweiten Mannschaft einer mit diesen Werten spielt?

    Die Vorstellung, man müsse einfach einen Stürmer holen, der garantiert 20 Scorer liefert, blendet die Realität des Transfermarktes komplett aus.

    Erstens gibt es keine Garantie auf 20 Scorer. Wenn es sie gäbe, würde dieser Spieler nicht bei Arminia landen. Spieler mit diesem Profil sind die gefragteste Ware im Fußball. Nach denen suchen Vereine aus der 2. Liga, der Bundesliga und dem Ausland gleichermaßen.

    Zweitens gehört zu einem Transfer immer auch die Sicht des Spielers. Warum sollte sich ein nachweislich produktiver Offensivspieler ausgerechnet für Arminia entscheiden? Für einen Verein, der als Liganeuling wahrscheinlich eher gegen den Abstieg als um den Aufstieg spielt, mit einem neuen Trainer, dessen Spielidee, Entwicklung und Erfolgsaussichten heute niemand seriös einschätzen kann? Das ist auch für den Spieler ein Risiko.

    Drittens setzt die Forderung voraus, dass Arminia überhaupt die finanziellen Möglichkeiten hat, bei Ablöse und Gehalt mitzuhalten. Die Spieler, die realistisch 20 Scorer erwarten lassen, sind normalerweise genau die Spieler, die von finanzstärkeren Vereinen umworben werden

    Am Ende geht es nicht darum, einen „garantierten 20-Scorer-Spieler“ zu verpflichten, sondern Spieler zu finden, die ins System passen, Entwicklungspotenzial haben und im Verbund funktionieren. So kommen die meisten Vereine in Arminias Tabellenregion überhaupt erst zu erfolgreichen Transfers. Und falls am Ende doch ein Neuzugang auf 20 Scorer kommt, dann ist das kein Beleg dafür, dass man so etwas vorher erwarten konnte. Dann war das eine Mischung aus guter Kaderplanung, passendem Umfeld und dem Quäntchen Glück, das jeder erfolgreiche Transfer braucht. Solche Spieler findet man nicht, indem man sie fordert, sondern indem man sie entwickelt und überraschend entdeckt.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 18. Juni 2026 um 18:28
    Zitat von Richie

    Ich hab noch nie den Anspruch verstanden, dass der Verein irgendwelche Informationspflichten gegenüber der Öffentlichkeit haben soll […]
    Im Gegenteil, am Ende ist Arminia ein Arbeitgeber, der persönliche Belange seiner Spieler nicht willkürlich öffentlich machen darf […]

    Natürlich hat ein Verein keine Pflicht, sämtliche Interna offenzulegen, und erst recht nicht, persönliche Angelegenheiten von Mitarbeitern oder Spielern öffentlich zu machen. Darüber dürfte Einigkeit bestehen.

    Daraus folgt aber nicht automatisch, dass es keinerlei berechtigtes Interesse an Informationen über Entscheidungen und Entwicklungen innerhalb des Vereins gibt. Zwischen „wir veröffentlichen alles“ und „wir äußern uns grundsätzlich nicht“ liegt ein ziemlich breites Spektrum.

    Hinzu kommt, dass ein Fußballverein eben nicht irgendein gewöhnliches Unternehmen ist. Er lebt von seinen Mitgliedern, Fans, Sponsoren und der öffentlichen Wahrnehmung. Gerade Mitglieder nehmen dabei eine besondere Rolle ein, weil sie nicht bloß Konsumenten eines Produkts sind, sondern zentraler Bestandteil des Vereins.
    Ergänzend kommt hinzu: Ein Verein agiert bewusst in der Öffentlichkeit, nutzt mediale Aufmerksamkeit, Sponsorenpräsenz und Fanbindung als zentrale Bestandteile seines Geschäftsmodells. Wenn Öffentlichkeit in vielen Bereichen gewollt und wirtschaftlich genutzt wird, ist es zumindest nachvollziehbar, dass bei zentralen Entscheidungen auch ein berechtigtes Interesse an Transparenz und Kommunikation besteht; auch wenn daraus kein rechtlicher Auskunftsanspruch folgt.

    Außerdem wird in solchen Diskussionen meiner Meinung nachoft ein Strohmann aufgebaut. Die wenigsten fordern doch, dass vertrauliche Personalgespräche veröffentlicht oder private Angelegenheiten von Spielern offengelegt werden. Meist geht es um vereinsbezogene Entscheidungen, strategische Weichenstellungen oder die Hintergründe wichtiger Entwicklungen. Dass Mitglieder und Fans dazu Fragen haben, halte ich für völlig legitim.

    Am Ende geht es für mich ohnehin weniger um Informationspflichten im rechtlichen Sinne als um Vertrauen. Wer nachvollziehbar kommuniziert, schafft Akzeptanz, auch für unpopuläre Entscheidungen. Wer dagegen konsequent auf Kommunikation verzichtet, sollte sich nicht wundern, wenn Gerüchte und Unmut die entstandenen Lücken füllen.

  • Der Kader 2026/2027

    • error404
    • 17. Juni 2026 um 21:14

    Joel Felix hat sich wohl kürzlich mit seiner Frau ein Apartment in Kopenhagen gekauft - aber ich bezweifle, dass dies etwas zu bedeuten hat.

  • Alles zum Geschäftsführer (Sport) Michael Mutzel

    • error404
    • 12. Juni 2026 um 23:41
    Zitat von TheBandit

    Mutzel macht einen hervorragenden Job. In seiner ersten Saison hat er eine gute Truppe zusammengestellt, die die Klasse gehalten hat und im Jahr darauf mit punktuellen Verstärkungen aufgestiegen ist und das Pokalfinale erreicht hat. In seinem dritten Jahr steht der Klassenerhalt zu buche, der viel eher hätte klar sein müssen, was eindeutig am massiv überschätzten Kniat lag (keine erste Elf oder wenigstens eine Achse, die sich hätte einspielen können). Am Ende der Saison richtigerweise den Trainer entlassen und – wenn auch nach einigem Holpern – ein topp Trainertalent verpflichtet. Klar, Ihr wolltet alle lieber Horst Steffen oder sogar Steffen Baumgart oder Kniat behalten, aber ich befürchte für Euch, dass Oliver Kirch uns längerfristig viel Freude bringen wird.

    Und da Kirch erst sehr kurz bei uns ist, werden sich die Neuverpflichtungen noch ein wenig hinziehen, und zwar auch, weil noch gar nicht klar ist, wer unter den ganzen von Kniat ausgebooteten Spielern nicht doch noch eine Bereicherung sein kann (allen voran Mehlem, Schreck und Boakye).

    Dazu kommt, dass ja angeblich Millionen für Momuluh fließen werden und erst nach diesem Millionendeal überhaupt feststeht, in welches Regal wir greifen können, um uns zu verstärken.

    Die von Dir so gelobten Dresdener haben übrigens bisher ganze zwei Spieler verpflichtet:

    1. Kaan Inanoglu, der letzte Saison in der fünften (Frankfurt II) und vierten (FC Homburg) Liga ganz gut getroffen hat
    2. Brooklyn Ezeh, der letzte Saison ganze vier Spiele in der Regionalliga gemacht hat und bei 96 aussortiert wurde

    Ich persönlich bin ziemlich froh, dass wir diese Art Neuzugänge nicht vermelden müssen.

    Neben all dem positiven Vibe rund um Arminia macht auch Oliver Kirch uns zu einem sehr interessanten Club. Das Umfeld ist gut, es wird seriös gearbeitet und man muss auch nicht ständig Rekordstrafen an den DFB bezahlen, weil der eine oder andere "Fan" ein gewalttätiges Arschloch ist.

    Und genau deshalb wette ich mit Dir um eine Kiste Krombacher, dass Dresden am Ende der nächsten Saison hinter uns stehen wird, und zwar mit Abstand.

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    Ich finde diese Schwarz-Weiß-Betrachtung ehrlich gesagt ziemlich schwierig. Mir erschließt sich nicht, warum alles Positive automatisch Mutzel zugeschrieben wird, während für alles, was nicht funktioniert hat, ausschließlich Kniat verantwortlich gemacht wird.

    Ja, unter Mutzel gab es den Klassenerhalt, den späteren Aufstieg und das Pokalfinale. Das ist unbestritten. Gleichzeitig sollte man aber auch nicht so tun, als hätte er sportlich nahezu fehlerfrei gearbeitet. Die Kaderplanung der vergangenen Jahre hatte bei weitem nicht nur Volltreffer zu bieten. Transfers wie Norby, Mehlem, Micheler oder Hilterman haben – aus unterschiedlichen Gründen – die Erwartungen nicht erfüllt. Dazu kamen weitere Verpflichtungen, die kaum eine Rolle gespielt haben oder bei denen man sich im Nachhinein die Frage stellen muss, ob die eingesetzten Mittel nicht sinnvoller hätten verwendet werden können. Gerade bei der viel beschworenen Kaderbreite wurde teilweise Geld gebunden, ohne dass daraus ein echter Mehrwert entstanden ist. Auch bei der „Causa Schroers“ hätte Mutzel sich besser absichern müssen.

    Und wenn Kniat tatsächlich derart überschätzt gewesen sein soll, wie es jetzt gerne dargestellt wird, wirft das automatisch auch Fragen an Mutzel auf. Er hat Kniat schließlich verpflichtet, ihm den Kader zusammengestellt und trotz der offensichtlichen Probleme über einen langen Zeitraum das Vertrauen ausgesprochen. Wenn die Defizite so eindeutig und gravierend waren, warum wurde dann nicht früher gehandelt und der Klassenerhalt riskiert? Entweder war Kniats Arbeit nicht annähernd so schlecht, wie sie nun rückblickend gemacht wird und er hatte einen großen Anteil am Erfolg, oder die sportliche Führung hat die Lage völlig falsch eingeschätzt und zu spät reagiert. Beides entlastet Mutzel jedenfalls nicht.

    Was ich ebenfalls kritisch sehe, sind die teilweise schon fast euphorischen Vorschusslorbeeren für Oliver Kirch. Ich finde die Verpflichtung interessant und nachvollziehbar, aber Stand heute hat er für Arminia noch kein einziges Pflichtspiel bestritten. Ihn bereits jetzt als “Top-Trainertalent” und langfristigen Erfolgsgaranten zu feiern, wirkt auf mich nicht seriöser als die reflexhafte Kritik, die beim ersten kleinen Rückschlag wieder einsetzen würde.

    Ich halte Mutzel insgesamt für einen fähigen Sportdirektor, aber eben nicht für jemanden, der über jeder Kritik steht. Er hat gute Entscheidungen getroffen, aber eben auch einige Fehlgriffe zu verantworten. Deshalb würde ich weder die Kiste Krombacher schon kaltstellen noch Dresden mit großem Abstand hinter uns einordnen. Optimismus ist absolut angebracht, nur diese Gewissheit, mit der manche ihre Prognosen vortragen, gibt die Faktenlage aus meiner Sicht schlicht nicht her.

    Die kommende Transferperiode sowie die anstehende Saison werden uns definitiv dabei helfen, Mutzels Leistung besser einordnen zu können.

  • Ex-Cheftrainer Michél Kniat

    • error404
    • 5. Juni 2026 um 16:21
    Zitat von Kiyouu

    Ja stimmt schon. Aber man hat relativ früh gemerkt das Mutzel sich nicht dazu äußern möchte. Dann brauch man nicht noch 3-4x eine ähnliche Frage zu Kniat stellen.

    Kniat hatte einfach für meinen Geschmack zu viel Aufmerksamkeit wo es eigentlich um Kirch gehen sollte.

    Ich finde, da machst du es dir etwas zu einfach. Nur weil Mutzel nach der ersten Frage signalisiert hat, dass er sich nicht äußern möchte, verschwinden die Fragen ja nicht plötzlich. Die Trennung von Kniat war eines der prägendsten Themen der letzten Wochen, denn immerhin geht es um den Trainer, der Arminia zum Aufstieg geführt und ins Pokalfinale gebracht hat und bei vielen immernoch Rückhalt genießt.

    Gerade weil der Verein die Trennung sehr knapp und diffus mit „unterschiedlichen Vorstellungen“ über die zukünftige Ausrichtung begründet hat und ansonsten keinerlei Einblicke gegeben hat, ist es doch völlig legitim, nachzuhaken.

    Die Aufgabe von Journalisten ist nicht, nach der ersten ausweichenden Antwort brav zum nächsten Thema zu springen. Ihre Aufgabe ist es, die Fragen zu stellen, die Fans und Mitglieder interessieren - auch wenn man unbequem ist. Und die Frage, warum man sich wenige Wochen nach dem Klassenerhalt und drei Jahre nach einer insgesamt erfolgreichen Zusammenarbeit von Kniat trennt, interessiert nun einmal viele Menschen.

    Für mich lag das Problem daher nicht bei den Journalisten, sondern beim Umgang mit den Fragen, die erwartbar waren. Wieso wirkte Mutzel bei den Fragen dann teilweise so überfordert? Man hätte einfach besser vorbereitet auftreten müssen, um das Thema professioneller abzumoderieren. Stattdessen stellte man es teilweise so dar, als seien die Fragen selbst unangemessen. Und das finde ich bei einem Thema dieser Tragweite schlicht nicht nachvollziehbar.

    Zumal man als Fan und insbesondere als Mitglied eines Vereins durchaus ein berechtigtes Interesse daran haben darf, zumindest ein Mindestmaß an Transparenz zu erwarten. Niemand verlangt die Offenlegung jedes internen Gesprächs. Aber wenn meiner Sicht vollkommen normal, dass nach den Gründen gefragt wird – und zwar auch mehr als einmal, wenn man keine zufriedenstellende Antwort erhält.

    Kirch hätte natürlich im Mittelpunkt stehen sollen. Aber das schließt kritische Nachfragen zu einem der größten personellen Einschnitte der letzten Jahre nicht aus. Beide Themen haben auf einer solchen Pressekonferenz ihren Platz.

  • Trainerdiskussion. Neuer Hoffnungsträger gesucht

    • error404
    • 3. Juni 2026 um 23:16

    Ich finde, man muss zwei Dinge voneinander trennen: Ob Kirch, Galm gute Trainer sein können und ob sie die richtige Wahl für Arminia Bielefeld in der aktuellen Situation sind.


    Niemand kann mit Sicherheit sagen, dass einer dieser Trainer scheitern wird. Das ist auch gar nicht mein Punkt. Mein Punkt ist ein anderer: Wann, wenn nicht jetzt, befindet sich Arminia in einer Position der Stärke?

    Wir kommen aus den erfolgreichsten Jahren der jüngeren Vereinsgeschichte. Aufstieg, Pokalfinale, Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, Rekord-Mitgliederzahlen, ausverkaufte Stadien, bundesweite Aufmerksamkeit und erhebliche Zusatzeinnahmen durch den Pokallauf. Der Verein hat sich innerhalb kurzer Zeit von einem taumelnden Drittligisten zu einem spannenden Projekte im deutschen Profifußball entwickelt.

    Genau deshalb verstehe ich die Rechtfertigungsversuche nicht, als müssten wir froh sein, überhaupt irgendeinen Trainer zu bekommen.

    Wenn Arminia nach einer solchen Entwicklung am Ende bei Kandidaten landet, deren größtes Argument häufig lautet, dass sie vielleicht einmal gute Trainer werden könnten, dann ist das für mich keine ambitionierte, sondern eine defensive Herangehensweise.

    Besonders kritisch sehe ich die Kommunikation nach außen. Mitch Kniat war nicht irgendein Trainer. Auch wenn er hier kritisch betrachtet wird, hat den Verein zum Aufstieg geführt, erstmals in der Vereinsgeschichte in ein DFB-Pokalfinale gebracht und den Klassenerhalt gesichert - sich damit bei der breiten Fanmasse unsterblich gemacht.

    Wer einen solchen Trainer ersetzt, muss den Fans plausibel erklären können, warum die neue Lösung mindestens ebenso viel Vertrauen verdient.

    Und genau da habe ich meine Zweifel.

    Wenn nach fast zwei Wochen Trainersuche – in einer Phase, in der die Kaderplanung eigentlich längst auf Hochtouren laufen sollte – am Ende ein (unerfahrener) Trainer ohne nennenswerte Erfolge auf Zweitliga-Niveau präsentiert wird, wird die Erwartungshaltung nicht kleiner, sondern größer. Der neue Trainer startet dann nicht mit einem Vertrauensvorschuss, sondern mit einer Rechtfertigungspflicht.

    Die Gefahr liegt doch auf der Hand: Läuft der Saisonstart holprig, wird sofort die Frage gestellt werden, warum man nach all den Erfolgen und Möglichkeiten ausgerechnet auf einen weitgehend unerprobten Kandidaten gesetzt hat. Dann kippt die Stimmung deutlich schneller, als es bei einem etablierten Namen der Fall wäre.

    Und das ist letztlich mein Kernpunkt: Arminia sollte den Anspruch haben, von den Erfolgen der letzten Jahre zu profitieren und den nächsten Schritt zu gehen. Ein Verein mit dieser Tradition, diesem Umfeld und dieser aktuellen Dynamik sollte nicht den Eindruck vermitteln, die Ausbildungsstätte für Trainer zu sein, die ihre Eignung für dieses Niveau erst noch nachweisen müssen.

    Natürlich kann jeder dieser Kandidaten einschlagen. Fußball bleibt Fußball. Aber die Frage lautet nicht, ob das möglich ist. Die Frage lautet, ob ein Verein in der aktuellen Ausgangslage wirklich auf Hoffnung setzen sollte, wenn er eigentlich die Möglichkeit haben müsste, auf nachgewiesene Qualität zu setzen.

    Man hat den beschwerlichen Aufstieg endlich geschafft, steht auf dem Plateau und genießt die Aussicht. Und genau in diesem Moment entscheidet man sich offenbar, den Bergführer gegen jemanden auszutauschen, der bisher hauptsächlich Wanderkarten studiert hat.

  • Trainerdiskussion. Neuer Hoffnungsträger gesucht

    • error404
    • 27. Mai 2026 um 12:12
    Zitat von Dunkelziffer

    Nein das reicht nicht! Der neue Trainer hätte schon direkt am Eingang an der Geschäftsstelle mit Stift in der Hand stehen müssen, um SOFORT den Vertrag zu unterzeichnen. Tja und das war nicht passiert, ganze VIER Tage wurden verschlafen! Völliges verschlafen! Sofort den Aufsichtsrat einschalten und Mutzel von seinen Aufgaben entbinden! Der taugt nix!

    Auch wenn ich persönlich noch relativ entspannt bin, kann ich nachvollziehen, warum manche langsam unruhig werden – gerade wenn es stimmt, dass intern wohl schon seit Ende Februar feststand, dass Kniat hier keine Zukunft mehr hat. Wenn dem so war, darf man von den Verantwortlichen durchaus erwarten, zeitnah nach der Trennung auch den Nachfolger zu präsentieren.

    Dass viele Fans nervös reagieren, ist bei Arminia nun wirklich keine Überraschung. Der Verein hat in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass Skepsis nicht völlig unbegründet ist. Dazu kommt, dass die Kommunikation des Vereins in den letzten Jahren nicht selten Raum für Spekulationen gelassen hat – Stichwort angeblich geplatzte Vereinbarungen oder plötzliche Wendungen.

    Und natürlich ist es legitim, sich Sorgen zu machen, dass die Kaderplanung darunter leiden könnte, falls tatsächlich noch kein Trainer feststeht. Viele Konkurrenten haben bereits Transfers eingetütet oder werden zumindest konkret mit Spielern in Verbindung gebracht. Bei Arminia herrscht dagegen bislang auffällige Ruhe (was nichts bedeuten muss). Gerade direkt nach Saisonende tickt die Uhr nun mal besonders laut.

    Ich erinnere auch daran, dass Mutzel selbst vor nicht allzu langer Zeit gesagt hat, wie sehr man bei der damaligen Kaderplanung unter der späten Relegation gelitten habe, weil viele Spieler bereits vom Markt waren. Genau deshalb finde ich Aussagen wie „alles entspannt“ zumindest diskutabel – die Relegation ist vorbei, die entscheidende Phase läuft längst.

    Trotzdem glaube ich schon, dass Mutzel im Hintergrund deutlich weiter ist, als viele vermuten, und dort intensiv gearbeitet wird. Aber die Sorgen vieler Fans deshalb als lächerlich oder panisch abzutun, halte ich für den falschen Ansatz.

  • Ex-Armine Mika Schroers

    • error404
    • 22. Mai 2026 um 10:41

    Ich glaube, viele überschätzen einfach, wie groß der Markt für Drittligisten tatsächlich ist. Die 3. Liga ist für die meisten Vereine finanziell eher ein Sterben auf Raten als ein nachhaltiges Geschäftsmodell – und für viele Spieler vor allem ein Sprungbrett.

    Selbst Arminia steht als Zweitligist in der Nahrungskette eher weit unten und muss sich oft mit dem begnügen, was die Erstligisten und die finanzstärkeren Zweitligisten übrig lassen. Die Topspieler der 3. Liga wechseln inzwischen häufig direkt in die Bundesliga oder zu den Aufstiegskandidaten der 2. Liga.

    Genauso gehen viele vielversprechende Regionalligaspieler mittlerweile direkt zu Zweitligisten (siehe z. B. das Boakye-Gerücht). Gerade als Drittligist musst du deshalb oft nehmen, was du bekommen kannst.

    Umso weniger verstehe ich den Umgang mit Schroers. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man einen Spieler mit seinen Regionalliga-Scorern problemlos irgendwo hätte unterbringen können – und zwar zu deutlich besseren Konditionen als offenbar geschehen.

    Am Ende bringt das Nachkarten jetzt natürlich nichts mehr und Fehler passieren überall, gerade bei jungen Spielern und schwer planbaren Entwicklungen. Wichtig wäre nur, dass der Verein aus solchen Dingen für die Zukunft lernt und nicht alles mit einem Schulterzucken und „war halt nicht abzusehen“ abbügelt.

  • Ex-Armine Mika Schroers

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    • 21. Mai 2026 um 22:33
    Zitat von Hochwald-Physio

    So, wie wir möglicherweise demnächst mit Tadell, der aus Hannover kam.

    Das kann man meiner Meinung nach nicht wirklich vergleichen.

    Bei Momuluh war die Situation damals eine komplett andere. Arminia hatte ihn zunächst ausgeliehen und nachdem er in der 3. Liga durchaus vielversprechende Ansätze gezeigt hatte, hat Hannover ihn prompt zurückbeordert. Als er sich dort anschließend nicht durchsetzen konnte und in der zweiten Mannschaft geparkt wurde, hat Bielefeld eine durchaus marktgerechte Ablöse gezahlt und damit das komplette Risiko übernommen, dass Momuluh am Ende vielleicht doch nicht einschlägt – was zu diesem Zeitpunkt schließlich niemand sicher wissen konnte.

    Hannover hat sich dabei sogar noch zusätzlich abgesichert, unter anderem wohl mit einer Weiterverkaufsbeteiligung. Arminia musste diese Konditionen letztlich akzeptieren, weil Hannover schlicht am längeren Hebel saß.

    Bei Schroers war die Ausgangslage dagegen genau umgekehrt: Hier saß Arminia am längeren Hebel, hat sich aber – anders als Hannover damals – offenbar überhaupt nicht abgesichert. Stattdessen wurde Schroers mit einer vergleichsweise günstigen Kaufoption und ohne Rückkaufoption abgegeben.

    Damit lag das Risiko praktisch komplett bei Arminia, während Aachen wenig zu verlieren hatte: Schlägt Schroers ein, profitiert man sportlich und finanziell. Funktioniert es nicht, gibt man ihn eben wieder ab. Genau deshalb verstehe ich nicht, warum man sich bei den Vertragsmodalitäten nicht deutlich besser aufgestellt hat – selbst dann nicht, wenn intern vielleicht Zweifel bestanden haben sollten, ob Schroers den Durchbruch schafft. Insbesondere nachdem man es von Hannover in der causa Wörl und Momuluh vorgemacht bekommen hat.

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