DSC4ever.de DSC4ever.de
  1. Dashboard
  2. Artikel
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Forum
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Artikel
  • Seiten
  • Forum
  • Erweiterte Suche
  1. DSC4ever.de
  2. Mitglieder
  3. Anno1905

Beiträge von Anno1905

  • Ex-Trainer Michael Frontzeck

    • Anno1905
    • 17. Dezember 2008 um 23:25
    Zitat

    Original von King Kneib

    Vieleicht entscheidest du dich mal. Ist die Tabelle nun Quatsch oder hat sie Aussagekraft? Dazwischen gibst nix.
    In meiner Tabelle stehen wir auf 14. Das reicht mir.

    So langsam werden diese Zahlenspiele echt lächerlich.

    Um es zu diffenzieren: Als allgemeines Bild der Leistungen aller Vereine hat die Tabelle keine Aussagekraft (das fängt ja schon mit den Aufsteigern an, die ihre 2.-Liga-Punkte angerechnet bekommen habe..). Aber als Bilanz des Trainers Frontzeck hat sie doch selbstverständlich Aussagekraft. Denn dieser ist nun mal bislang ausschließlich im Jahr 2008 Trainer bei unserer Arminia gewesen und hat in dieser Zeit lediglich 30 Punkte geholt - basta ! Das ist Fakt !

  • Das Hinrundenfazit 2008/2009

    • Anno1905
    • 17. Dezember 2008 um 23:22
    Zitat

    Original von King Kneib

    Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich glaube eher: sollten wir absteigen, werden wir wohlmöglich für ganz lange Zeit nicht mehr erste Liga spielen; wenn überhaupt noch mal.

    Selbst in der zweiten Liga werden wir finanziell kein Top-Club sein. Die Schere wird auch dort immer weiter auseinander gehen.

    Wir sehen es doch schon jetzt in der Bundesliga: bis vor wenigen Jahren konnte jeder noch jeden schlagen. Das ist nicht mehr, weil die finanziellen Möglichkeiten der einzelnen Vereine deratig auseinanderdriften, dass Siege gegen die "Großen" inzwischen an echte Wunder grenzen. Die 40-Punkte-Regel gilt deshalb auch nicht mehr.

    Von unten kommen Vereine nach oben, die eindeutig finanzstärker sind als wir. Sollte Lautern Erfolg haben, stehen die Sponsoren dort auch wieder Schlange. Nürnberg wird auch irgendwann wieder oben sein. Dazu kommen Emporkömmlinge wie Ingolstadt (Audi) und/oder weitere gepimpte Dorfvereine (es wird nicht bei einem Hoppenheim bleiben).

    Ne, ne. Einmal Absteigen, und dann war es das für lange Zeit. Ein Neuaufbau in Liga zwei wird nicht ohne weiteres gelingen. Dafür braucht man Geld, was wir nicht haben.

    Alles anzeigen

    Mir persönlich wäre es auch lieber wenn man drin bleibt und in der Somemrpause zu dier Einsicht kommt, dass es so nicht weitergeht. Denn es muss ein Radikalschnitt her und die Herren in den wichtigen Positionen sollten mal anfangen sich selbst zu hinterfragen (so lange das nicht geschieht, werden wir auf absehbare Zeit nichts Anderes erleben als das was uns zur Zeit geboten wird). Daran glaube ich aber mittlerweile nicht mehr. Ich befürchte es muss richtig "krachen" damit hier was passiert. Und mit der Vermutung, dass wir keine Chancen mehr haben um den Aufstieg mitzuspielen glaube ich auch nicht. Guck Dir doch mal die zweite Liga an. Da gibt es immer wieder Überraschungen und eigentlich NIE ausschließliches Durchsetzen der Favoriten. Selbst Hoffenheim hatte ja etwas Glück beim Aufstieg...

  • Ex-Trainer Michael Frontzeck

    • Anno1905
    • 17. Dezember 2008 um 23:05
    Zitat

    Original von Outpost

    Auch wenn viele die Realitäten hier nicht sehen, MF hat das Team eine Rückrunde und eine Hinrunde betreut. Er hatte zwei Vorbereitungen. Das ist faktisch eine Saison!

    Das Ziel der letzten Jahre waren immer die 40 Punkte nach 34 Spieltagen. Herr Frontzeck hat lediglich 75% davon erreicht. Das wäre in der Saison...

    ... 2007/08 Platz 17 gewesen
    ... 2006/07 Platz 18 gewesen
    ... 2005/06 Platz 17 gewesen
    ... 2004/05 Platz 17 gewesen
    ... 2003/04 Platz 17 gewesen

    Anno1905 und NoFate haben mit ihrer Kritik völlig recht! Eine Verlängerung mit diesem Trainer darf es nicht geben, im Gegenteil.

    Genau das meine ich ... ist mir auch klar, dass die Tabelle in der SportBild eigentlich Quatsch ist ... über die Bilanz unseres Trainers hat sie dennoch Aussagekraft!


    Mir geht's auch gar nicht darum Frontzeck zu kritiseren - menschlich finde ich ihn eigentlich ziemlich cool und ich denke er passt so auch ganz gut zu Arminia - aber: Ich kann nicht verstehen, dass man JETZT ZU DIESEM ZEITPUNKT über eine Vertragsverlängerung nachdenkt. Wenn nämlch der Vertrag verlängert wird und die bösen nächsten drei Spiele (von denen weiter oben schon geschrieben wurde..) verloren gehen, wird der Druck im Umfeld wieder steigen. Wenn man dann richtig unten drin steht und Erfolge ausbleiben, kann man den Trainer nicht über die Saison hinaus halten. Da dann der Druck einfach zu groß wird.

    Dennoch glaube ich, dass er nicht wirklich soo viel dafür kann. Es fehlt an Qualität ... wenngleich man über seine destruktive Spielweise diskutieren kann - schön ist das jedenfalls alles nicht!

  • Ex-Trainer Michael Frontzeck

    • Anno1905
    • 17. Dezember 2008 um 14:34

    ist zwar nur eine Spielerei, aber in der heutigen "SportBild" ist die "Jahrestabelle 2008" abgedruckt. Demnach haben wir 30 Punkte und stehen auf Platz 17 .... das ist die Bilanz von Michael Frontzeck als Trainer ! So sehen die Fakten aus !

  • Ex-Armine Delron Buckley

    • Anno1905
    • 15. Dezember 2008 um 16:42

    Den Buckley der 2004/2005 für Arminia gespielt hat, hätte ich gerne in dieser Form zurück! Die Tatsache, dass er sich bei seinem Abgang aber nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, hat bis heute einen faden Beigeschmack hinterlassen.

    Dieses sollte auch bei unserer Vereinsführung angekommen sein..!?

    Ich persönlich hätte einen Wechsel nur dann befürwortet, wenn von DB ein klares Bekenntnis (und vielleicht sogar die Aussage, dass der Wechsel nach Doofmund ein Fehler war...) und die Tatsache gewünscht, dass er (mehr oder weniger auf Anhieb) dann auch einschlägt und an seine damaligen leistungen anknüpft.

    Aufgrund dieses ganzen Theaters bin ich glücklich wenn der Wechsel nicht klappt. Verstehen kann ich aber keinesfalls warum man dieses ganze Spiel überhaupt so lange mitgespielt hat. Wenn er nämlich nicht eingeschlagen wäre, wäre es doch für alle ein gefundenes Fressen geworden..

    Ob man über diese Thematik überhaupt nachgedacht hat ? Vielleicht schon ... wahrscheinlich hat man aber auch keine realistischen Alternativen auf dem Zettel, dass man es tatsächlich so nötig hatte..!?

    Ich will jetzt endlich mal 2-3 wirklich Verstärkungen sehen, die in der Bundesliga (oder einer vergleichbaren Liga) nachweisbare Erfolge aufzuweisen haben und keine "Perspektivspieler die langsam an die Bundesliga herangeführt werden sollen" ....

    Ich hoffe, dass man nun ernsthaft bemüht ist sich um diese Problematik zu kümmern. Wenn das nicht der Fall ist brauchen wir wohl nicht darüber zu reden was los ist wenn in der Winterpause mit Frontzeck und Dammi verlängert wird und die ersten 3 schweren Spiele der Rückrunde allesamt verloren werden sollten ...

  • Das Hinrundenfazit 2008/2009

    • Anno1905
    • 14. Dezember 2008 um 13:39

    Fassen wir zusammen:

    Was bleibt nach der Hinrunde ?

    Mannschaft:
    Zwar steht man miit Platz 14 noch knapp über dem Strich, aber meine pessimistischen Erwartungen vor der Saison haben sich (leider) bewahrheitet. Das Team ist glücklicherweise kein einziges Mal derbe unter die Räder gekommen und tritt auch bei weitem nicht mehr so desaströs auswärts auf wie in der vergangenen Spielzeit. Einige Heim- und Auswärtsspiele machen sogar Mut, dass es trotz allem wieder irgendwie zum Klassenerhalt reichen könnte. Dennoch muss man dem Team wohl vorwerfen einfach nicht effizient genug zu spielen und meistens eher unattraktiven Fussball zu bieten (Ausnahmen wie die Heimpsiele gegen den HSV und Dortmund bestätigen die Regel..).

    Von den Neueinkäufen ist kein einziger wirklich eingeschlagen:

    Herzig spielt einigermaßen solide, setzt aber auch keine positiven Ausrufezeichen - keine Weiterentwicklung zu Langkamp/Gabriel oder gar Bollmann;
    Lamey ist (wie erwartet) keine Verstärkung - höchstens als "Ersatz" zu Kozze zu sehen, der mir vom Spielertyp allerdings besser gefallen hat und es zwischendurch sogar mal geschafft hat eine Flanke vor's Tor zu bringen;

    Katongo ist eine Enttäuschung - für die Höhe der Ablösesumme hätte ich mir wesentlich mehr erwartet, zudem hat er sich nun sogar durch schlechte Leistungen selbst aus der Mannschaft gespielt.

    Bei Janjic, Laas, Sadik fällt eine Bewertung schwer, da sie ja kaum zum Einsatz kamen ... die Vermutung liegt aber nahe, dass sie sich nicht auf lange Sicht durchsetzen werden, da selbst einige Schwachstellen in der Mannschaft wie Tesche, Kirch oder Marx eben anderweitig besetzt werden.

    Aus der altbekannten Truppe:

    Enttäuschungen der Saison sind für mich Kamper (ganz schwache Vorstellungen bislang), Marx (bestätigt zumeist, dass er in den vergangenen Jahren nur selten erste Wahl war - fiel allerdings auch in 1-2 Spielen einigermaßen positiv auf), Tesche (unter Middendorp hatte man manchmal den Eindruck, dass aus dem Jungen was werden könnte, den habe ich heute nicht mehr - Entwicklung ist stehen geblieben bzw. gar zurückgegangen), Kirch (siehe Marx - ist für mich ein besserer 2.-Liga-Spieler), Rau (es wird Zeit zu gehen!), Nkosi (wie schlecht muss der sein, dass er noch nicht einmal für 5 Minuten eingewechselt wird wenn ein Spiel entschieden ist..?), Kucera (war ich vor 2 Jahren noch ein großer Fan von ihm, muss ich heute sagen, dass seine Zeit wohl vorbei ist - fast alles geht schief diese Saison..), Kampantais (ich habe auch nichts anderes erwartet..).

    Weder positiv noch negativ aufgefallen: Bollmann (spielt meistens einigermaßen solide wenn er darf, ragt aber auch nicht heraus - keine Veränderung zur Vorsaison), Halfer (hat gute Spiele gegen Hamburg und Leverkusen gemacht, hat aber auch bewiesen, dass zwischen Anspruch und Realität bei ihm noch Welten liegen. Die Konstanz fehlt.), Kauf (eigentlich gehört er wohl auch zu den Enttäuschungen, allerdings halte ich ihm das Alter, seine Persönlichkeit und sein Kapitänsamt zugute - für die ein oder andere gute Situation ist er immer noch gut, auch wenn langsam aber sicher der "Lack ab" ist..), Aigner (ich denke in ihm steckt Potential, fänd's schade wenn er geht - hat bei den Profis allerdings auch nie eine wirkliche Chance bekommen und konnte sich daher nicht weiterentwickeln).

    Positiv aufgefallen sind: Eilhoff (nach anfänglichen Unsicherheiten eine ganz starke Hinrunde, ich wünsche ihm, dass er sich als neue Nr. 1 fest etabliert!), Schuler (die Saison seines Lebens bislang, arbeitet teilweise alleine für die linke Seite, sehr stark!), Wichniarek (blüht auf wie zu besten 2.-Liga-Zeiten und arbeitet sehr viel nach hinten, aufgrund seiner fragwürdigen Persönlichkeit kein Sympathieträger bei mir, aber wohl tatsächlich unsere "Lebensversicherung").

    (Bade, Fernandez, Rodenberg, Fischer, Versick lassen wir mal völlig außen vor denke ich..)

    Fazit:
    Wie befürchtet ist die Mannschaft nicht stark genug um attraktiv in der Bundesliga mitzuwirken. Trotz der Tatsache, dass man nicht auf einem Abstiegsplatz steht hat man erst 14 Punkte im "Sack". Auch wenn dieses ewige Gerede von den "magischen 40 Punkten" nervt, kann es nicht der Anspruch eines Vereins der seit 5 Jahren in der Bundesliga ist, sein, am Ende der Saison 28 Punkte zu haben und somit evtl. knapp nicht abzusteigen. Da erwarte auch ich - als bescheidener Arminia-Fan - mittlerweile etwas mehr.

    Aussicht für die Rückrunde:
    Mit mindestens 3 guten Neuverstärkungen die alle einschlagen, kann ich mir vorstellen, dass so etwas wie Spielfreude zurückkehren kann. Aufgrund des schweren Auftaktprogramms für die Rückrunde und der Tatsache, dass die Mannschaft leider mehrfach bewiesen hat, dass sie kaum besser kann, wird es aber auch mit Neuverpflichtungen diese Saison so schwer werden wie selten zuvor.

    Vereinspolitik:
    Gott sei Dank blieben wir bislang mit großen "Ablenkungsmanövern" wie neuen Marketingstrategien oder ähnlichem Quatsch einigermaßen verschont. An organisatorische Missgeschicke (siehe "blaue Wand") hat man sich ja mittlerweile in Bielefeld gewöhnt..! Nerven tut aber nach wie vor die Außendarstellung und das ewige "Kleingerede". Floskeln wie "wir haben doch so wenig Geld und allen geht's besser als uns" und "wir sollten dankbar sein für jedes Jahr Bundesliga" oder "ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir haben wieder einen kleinen Schritt nach vorne gemacht" und nicht zueltzt "danke an die überragenden Fans die uns wie immer fanstastisch unterstützt haben" kann ich nicht mehr hören. Durch die Entwicklung im Zuge der Marketingstrategien ist mir "meine" Arminia in den letzten jahren schon immer fremder geworden. Wenn ich nun noch eine kontinuierliche Verschlechterung (Rapolders Zeiten bis heute) mit ansehen muss und mir dann immer diesen Mist anhören muss, fängt es leider an keinen Spaß mehr zu machen. Meine Identifikation mit dem Verein geht jedenfalls nach und nach flöten ...

    Über die Geschichte mit der neuen Tribüne müssen wir nicht mehr reden. Das Desaster ist lang und breit diskutiert worden. Gegen Bayern kann man dann ein "volles Haus" präsentieren und einige Fotos für's Album schießen - "damals war die Haupttribüne noch ausverkauft" ...!

    Ich hoffe inständig darauf, dass man NICHT den Fehler macht mit frontzeck und Dammeier schon frühzeitig zu verlängern ohne, dass man die Weichen für die Zukunft gestellt hat. Die Befürchtung liegt nahe einen ähnlichen Fehler wie zuletzt mit middendorp und Saftig zu machen. Wenn die Rückrunde schlecht beginnt und Neuzugänge nicht einschlagen ist abzusehen was passieren wird ...

    Mein persönliches Fazit:
    Wenn es so sein soll, habe ich gegen einen Abstieg mittlerweile nicht mehr viel einzuwenden. Dann möchte ich aber auch eine komplette Umkrempelung der Mannschaft und einen Neuaufbau im Verein sehen um dann spätestens im zweiten Jahr wieder anzugreifen.

    Wenn es mit dem Klassenerhalt klappt möchte ich in der Sommerpause eine andere Ausrichtung und eine andere Einkaufspolitik sehen - vielleicht kommen dann auch irgendwann mal Menschen die sich teure Karten für die neue Haupttribüne leisten ....

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 12. Dezember 2008 um 15:19
    Zitat

    Original von Outpost
    Anno1905

    In diesem Zusammenhang interessiert mich, was Du mit "Ultra-Gedanken" meinst. In der Argumentation vom unreflektierte Nachbrüllen irgendwelcher Schlachtrufe, die ein einzelner "Capo" anstimmt und dem vorherigen "Welle"-Zitat von Horst Stapen rückt mir das ganze in eine beunruhigende Richtung.

    Meine Meinung zur heutigen "Ultra-Bewegung" habe ich hier bereits sehr (!) ausführlich geschildert. Wenn Du Dir diese Beiträge aufmerksam durchliest, wirst Du verstehen was ich meinte..! Wollen wir ehrlich sein: Es gibt genügend Leute in Bielefeld die nichts anderes sind/sein wollen als "Ultras" ... auch wenn sie sich nicht so nennen.

    Dass diese allerdings in jedem Fall "totalitäre Denkformen" und "hierarchische Gliederung" befürworten oder selbst in ihren Gruppen durchführen kann ich in dieser Form aber (zumindest in Bielefeld) keinesfalls feststellen.

    Ich würde es befürworten wenn der gute Ansatz dieser Diskussion nicht durch solche "Beschuldigungen" kaputt gemacht würde..!

    In dem "11 Freunde"-Artikel steht zwar Ähnliches - was zum Großteil auch richtig ist - aber in Bielefeld führt es definitiv zu weit den Leuten aus dieser Sparte pauschal o. gen. Attribute zu unterstellen.

    Zitat

    Original von Hitchcock
    Anno1905: Ich denke, dass die Diskussion hier grundsätzlich ganz gut läuft. Hier und da gibt's einige Ignoranten und Verbohrte, aber ansonsten stellt doch ein jeder seine Sicht der Dinge ganz gut und nachvollziehbar dar.

    Deine Analyse, dass es da 2 Lager gibt ist völlig korrekt. Und Du hast natürlich auch recht, dass es irgendwo auf einen Kompromiss hinaus laufen muss. Immerhin scheint dieses Thema die Szene ganz schön zu bewegen, 12 Forenseiten innerhalb von gut 2 Wochen sprechen da eine deutliche Sprache.

    Und es wäre umso besser, wenn über das Thema nicht nur hier, sondern auch zwischen den einzelnen Fangruppen konstruktiv diskutiert wurde. Ich denke, dass da die entsprechenden Ansprechpartner i.d.R. offen für eine Diskussion sind. Auch unser "Zaunkasper" (sorry Müz Augenzwinkern ) hat doch immer ein offenes Ohr. In der Vergangenheit hat er sich hier ja auch des öfteren schon mal zu diesen Themen geäußert.

    Ich habe mit meinem letzten Beutrag auch vor allem gemeint, dass diese Diskussion hier auf Dauer zu keinem befriedigenden Ergebnis für beide Seiten führt. Beide Seiten (und einige die sich eher "neutral" sehen) haben sich hier ausiebig geäußert und zum Teil wirklich schlüssige, interessante und gute Argumente ausgetauscht.

    (Das ist übrigens auch ein Grund weshalb man dieses Forum schon ernst nehmen sollte. Allerdings sehen das manche anders und auch ich tue mich hier oftmals schwer, wenn Diskussionen hier abdriften und Ernsthaftigkeit und Konstruktivität hinter der eigenen Selbstdarstellung gestellt werden..!)

    In einigen Beiträgen ist nun aber auch ein gewisses "Gift" drin (von beiden Seiten - Drohungen, Anschuldigungen etc.). Wenn das hier weiterhin so ausufert wird die ganze vorherige Diskussion nichts gebracht haben, da sich beide "Seiten" anschließend noch weniger zu sagen haben wie vorher.

    Also wäre es doch sinnvoll auf ein gemeinsames Ziel mit Kompromissen hinzuarbeiten. Um das wirklich ernsthaft verwirklichen zu können bleibt wohl im Endeffekt nur das persönliche Gespräch !

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 11. Dezember 2008 um 17:28

    Der Thread hier hat man ganz gut angefangen und hatte auch einige sehr gute Beiträge zu bieten. Auf den letzten Seiten driftet es allerdings etwas ab und verliert mitunter auch den Bezug zum eigentlichen Thema. Dabei nehmen sich übrigens beide "Seiten" hier nichts ... aber das ist ja auch der Punkt der mich bei diesem Forum immer wieder zum verzweifeln bringt ... :rolleyes:

    Halten wir fest: Ein nicht geringer Teil der Südtribüne ist mit dem "dressierten Fanblock" (wie er nun auch seit einiger Zeit in Bielefeld vorgelebt wird) nicht mehr zufrieden. Ein anderer Teil unterstützt dieses aber (wohl zum teil auch weil sie sich zum "ultra"-Gedanken hingezogen fühlen..) und findet es gut so wie es ist.

    Fakt ist doch, dass wir dieses "Problem" hier an dieser Stelle gar nicht lösen können. Hier treffen einfach zu viele Einzelmeinungen aufeinander. Dem einen passen die kleinen Fähnchen nicht, dem anderen geht das Getrommel auf die Nerven und der dritte kann den Vorsänger nicht mehr sehen ..!

    Auch ich habe meine Kritik geäußert (auch persönlich!) und wäre froh wenn sich deisbezüglich was ändern würde. Verstehen kann ich aber nicht wie man sich hier ellenlang über kleine geschwente Fahnen aufregen kann. Mir persönlich gehen die Fahnen in Block 1 auch auf den Senkel. Eben deshalb stehe ich woanders ... es hilft alles nichts: Man muss auch Kompromisse eingehen können !

    Diese Kompromisse müssen aber von allen Seiten getragen werden. Z.B. dass es einen Bereich gibt in dem dauernd Fahnen geschwenkt werden ohne das einer meckert, oder dass der Vorsänger zwischen seinen Anstimmern mal 5 Min Pause macht und dem Block mehr Chancen gibt ..

    Wären alles Sachen die ich mir genauso gut vorstellen könnte wie die Leute die es betrifft - vermutlich - auch. Wenn Euch allen das Thema so wichtig ist, dann müssen auf persönlicher Ebene solche Kompromisse geschlossen werden. Zum Beispiel auf der nächsten Fan-Club-Versammlung. Alternativ bietet die Winterpause auch genügend Zeit ein solches Treffen zu organisieren - Kontaktdaten der Parteien sind ja vorhanden !

    Also ...

  • DSC-BvB

    • Anno1905
    • 7. Dezember 2008 um 18:12

    Es war sicherlich ein gutes Spiel unserer Mannschaft. Aber: Es waren leider neben einigen Leuten die einen richtig guten Tag hatten auch einige Ausfälle dabei. Lamey hat wieder deutlich unterstrichen, dass er nicht mehr ist als ein "Kozze-Ersatz", Kamper und Tesche waren ebenfalls katastrophal. Wären diese Positionen gestern mit leistungsfähigeren Leuten besetzt gewesen, hätten wir das Spiel wohl gewonnen - davon bin ich überzeugt.

    "Hätte der Hund nicht geschissen ... dann wär das mit dem Hasen aber auch anders gelaufen ..!" ;)

    Fakt ist: So ein Spiel muss einfach gewonnen werden und 13 Punkte sind alles andere als eine Ausbeute womit man zufrieden sein kann bzw. gar über Vertragsverlängerung mit dem Trainer nachdenken sollte..! Verstehe also nicht warum man nun mit einem positiven Fazit in die Winterpause gehen will weil man nicht unter dem Strich steht.

    Erst einmal abwarten was nächste Woche passiert. Die gestrige Leistung gibt Hoffnung auf das Hannover-Spiel. Allerdings ist unsere eklatante Auswärtsschwäche ja auch noch vorhanden!

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 7. Dezember 2008 um 17:58

    Ohne Frage war die Stimmung gestern verhältnismäßig ganz gut. Allerdings habe ich nach den Diskussionen in diesem Forum auch gestern mal verstärkt auf die Problematiken geachtet. Auch wenn zwischendurch mal "Bielefeld"-Schlachtrufe und ähnliches angestimmt wurde, war der Dauergesang gestern teilweise recht nervig. Zu Beginn des Spiels kam das "voran Arminia Bielefeld.." echt gut und wurde auch von vielen getragen. Im weiteren Verlauf hat es allerdings irgendwann nur noch genervt und die Lautstärke wurde von Mal zu Mal geringer.

    Brisant war die "Rückpasssituation" wo gerade das ganze Stadion am ausflippen war und diese "brachiale Stimmung" erneut durch das o. gen. Lied zerstört wurde.

    Generell wäre es einfach super zwischendurch einfach auch mal 5 Minuten gar nichts zu singen und dem Block auch mal die Chance zu geben selbst etwas anzustimmen. Gestern wurde wirklich ein Lied nach dem nächsten angestimmt und das eben oft auch überhaupt nicht spielbezogen.

    Verstehe übrigens auch nicht warum zu jedem Lied ein Trommel-Rhythmus notwendig ist..!?

    Na ja, ich habe Müz auch schon persönlich auf diese Problematiken angesprochen. Ich schließe das jetzt jedenfalls hier für meinen Teil ab und hoffe, das sich die Situation diesbezüglich in der Rückrunde etwas ändern wird. Der Wille dazu scheint von allen Seiten da zu sein ...

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 3. Dezember 2008 um 17:39
    Zitat

    Original von Kai
    Also so weit ich mich erinnere wurden zu meiner Zeit auf 5 gar nicht so groß kreative Lieder gesungen. Es waren nach meinem Empfinden eher wenige einfache Schlachtrufe. Weniger als jetzt. Aber es war Spielbezogen. Heute wird immer das selbe gesungen egal was gerade auf dem Platz passiert. Das ist für mich der Unterschied. Ich hab manchmal das Gefühl, dass das Spiel gar nicht im Mittelpunkt steht. Hier soll der ganze Block sein Hände in die Luft strecken, dann die Fäuste zeigen, dann den Nachbarn in den Arm nehmen. Ich denke manchmal wenn der Kerl sagt, dreht euch im Kreis, würden das viele auch machen. Neulich war ein Freund mit mir im Stadion (er war früher sehr oft da) und meinte boahr es ist aber schwer geworden mit anzufeuern. Früher war das einfacher, man hat das Spiel geschaut und der Rest kam von alleine.

    Wie gesagt es geht gar nicht um die Lieder. Die Anfeuerung muss einfach zum Spiel passen. Vor ein paar Jahren zu Hause gegen den VFB hat man auch das eintönige allez allez gesungen aber es passte irgendwie und das ganze Stadion hat mitgemacht. Die Stimmung war damals echt geil.

    Unpassend ist es halt wenn Block 1 und 3 immer ihr gleiches Programm abspielen, immer in der gleichen Reihenfolge. Mir kommt das manchmal so vor als ob der Vorsänger ne MP3 Liste im Kopf hat

    Was ich komisch finde, dass ich inzwischen so viele Leute kenne (von unterschiedlichen Vereinen), die sich von den Vortänzern getört fühlen, aber es gibt sie in jedem Stadion. Ist doch seltsam

    Guter Beitrag! Ich denke damit hast Du es schon ganz gut auf den Punkt gebracht. Ich bin der letzte der gegen traditionelles Liedgut ist (im Gegenteil) und auch ein an passender Stelle hervorgebrachtes Lied mit mehreren Strophen kommt immer sehr gut an wenn es von vielen leuten getratgen wird. Es ist aber mittlerweile leider oft der Fall, dass fast ausschließlich solche Lieder gesungen werden. Dies zerstört 1. die Besonderheit eines solches Liedes und wirkt 2. in den meisten Fällen eher laaaaaangweilig und einschläfernd. Wenn man - wie ich - in Block 2 steht, kann man das ganz gut bewerten und auch die Reaktion der anderen Leute diesbezüglich wahrnehmen. Die meisten scheuen sich nämlich nicht davor mitzusingen, weil sie den Text nicht kennen, sondern viel mehr weil sie einfach keine Lust haben dort einzusteigen obwohl das Spiel in dem Moment oft gar nicht dazu passt. Das was für mich die viel gelobte "Almatmosphäre" immer ausgemacht hat, war wenn ganze Tribünen auf einmal aufstanden und brachial "Bielefeld" schrien, pfiffen, sich über die Schiri-Leistung oder ein Foul aufregten oder eben auch mal aus voller Inbrunst ein richtig platziertes "Oh Du fröhliche.." oder "Arminia ist wieder da.." anstimmten. So etwas gibt es heute nur noch in Ansetzen. Und ich behaupte, dass das daran liegt, dass ein Teil der Fans auf den Vorsänger wartet und mitzugröhlen und der andere Teil sich durch die Monotonie des Dauersupports oft eingeschläfert fühlt....

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 3. Dezember 2008 um 14:04
    Zitat

    Original von PatriotischerArmine
    Also zum Thema Vorsänger habe ich noch anzumerken das leider fast gar nichts mehr an Gesängen aus dem Block kommt....Das ist schon eine Schande!

    ...aber doch nur weil die ganzen Leute und vor allem die "Kleinen" es gar nicht anders kennen als das vom Vorsänger vorgegebene mitzumachen ... in Block 2 kommt übrigens ab und zu auch mal was von alleine - auch wenn das zum Teil fragwürdig ist.

    Jedenfalls sind die meisten Leute die jetzt vor allem auf Block 1 stehen doch mit dem Vorsänger groß geworden und trauen sich gar nicht mehr etwas eigenes anzustimmen, weil es ihnen peinlich ist. Habe ich selbst mehrfach beobachtet...

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 3. Dezember 2008 um 00:17

    1.) Was D.F. mit seinem "Blue Yankees"-Eintrag wohl meinte: Ich als Gründungsmitglied stand damals selbst hinter der Bezeichnung "Ultras" und habe dieses damals auch in gewisser Weise gelebt.Selbstverständlich waren wir damals so geil, das man uns nur nacheifern konnte ;-))) !

    2.) "Ultra ist eine Lebenseinstellung" - Dieses Spruch mag stimmen und trifft mit Sicherheit auch auf viele ausländische Ultras und einige Leute der ersten Stunde in Deutschland zu. Allerdings kaufe ich den Menschen die sich heute "Ultras" in Deutschland schimpfen diesen Satz zum Großteil nicht mehr ab. Ich habe den Begriff "Ultra" kennengelernt als "extremer Fan" der bereit ist mehr für seinen Verein zu geben als Andere das vielleicht tun. Ich will nicht bestreiten, dass es auch in der jetzigen Zeit noch Menschen gibt die das unter diesem Vorsatz ähnlich sehen oder vielleicht sogar genau so leben. Wenn eine "Jugendkultur" (als solche wollen die "Ultras" ja gesehen werden...) allerdings vorwiegend in egoistischer Weise "Selbstdarstellung" betreibt und darüber hinaus - fast überall - so ziemlich jeden Trend kopiert der woanders gerade aufkommt und Mitglieder rekrutiert die wegen "Ultra" zum Fussball gehen und nicht wegen dem Ballsport, kann ich diesen Spruch so nicht unterschreiben..! Wer das anders sieht, möge mir erst einmal seine Definition des Begriffs "Ultra" und die Geschichte dieser "Jugendkultur" erklären...

    3.) Wie schon geschrieben, war ich selbst mal überzeugter "Ultra" und habe diese Bezeichnung in gewisser Weise auch eine Zeit lang "gelebt". Als diese Gruppen sich damals gegründet haben war es zwar viel (!!!) schwieriger sich diesen anzuschließen, gleichzeitig aber auch wesentlich einfacher sich mit diesen zu identifizieren. Denn damals gab es noch kein Internet in dem heutigen Umfang und die relativ kleinen Gruppen stellten wirklich noch etwas Besonderes da. Sicherlich auch durch den Reiz des "Neuen" aber eben vor allem auch dadurch, dass sie zumindest insofern individuell auftraten, dass es noch darum ging lokale "Eigenarten" zur Schau zu stellen. Insperationen wurden sich nicht durch "Youtube" geholt, sondern durch persönlichen Kontakt, Tauschen von Fotos, Collagen oder Fanzines. Der "Fahnenklau-Sport" der heutigen Zeit wäre damals in den meisten Fällen einfach nicht vorgekommen. Stattdessen verstand man sich oft gut mit Ultras aus anderen Städten und ging nach den Spielen mal ein Bier zusammen trinken..!
    Ich habe mich Jahre lang sehr intensiv mit dieser Szene beschäftigt, habe sowohl zig Fanzines als auch jegliche Accessoires aus der Szene gesammelt und dabei auch ein paar Kontakte geknüpft. Informieren tue ich mich bis heute, weil es für mich immer noch irgendwie dazugehört. So wird - wie selbstverständlich - das "Erlebnis Fussball" oder auch mal das "Blickfang Ultra" gekauft. Gerade bei den meisten Artikeln des letztgenannten Schundblattes fällt auf, dass die Szenemitglieder die sich dort zu Wort melden, einfach KEINEN Bezug mehr zum Fussball oder zu dem was die "Kinder der ersten Stunde" damals aufgebaut haben, haben. Dort wird ein simpler Fangesang (aus dem Deutschen Block während der EM) als "faschistisches Liedgut" bezeichnet (übrigens auch interessant, dass es seit einiger Zeit extrem "chic" in der Szene ist "links" zu sein - muss man sich eben auch als Italien abgucken um ein richtiger "Ultra" zu sein..) ein Artikel veröffentlicht der mit der Überschrift "warum ich mich (fast) gar nicht für den sportlichen Erfolg meines Vereins interessiere" und in jedem zweiten Satz nur gegen den "bösen Bullenstaat" mit den "fiesen Repressionen" gehetzt. Wenn ich mir dann noch die austauschbaren Fotos mit jungen Leuten ohne jeden Vereinsschal o.ä. anschaue, hat das für mich in keiner Weise mehr etwas damit zu tun was "Ultra" in Deutschland mal werden sollte.

    Es ist klar, dass die jetzige Generation das anders sieht und eben argumentiert, dass sie eigene Erfahrungen machen wollen und für sie eben das jetzige "Ultradasein" eine Lebenseinstellung bedeutet. Ich denke aber, dass man sich damit in erster Linie selbst verrät und einfach den Weitblick manchmal eben nicht hat und festzustellen, dass hier viel mehr "Mode" und "Mainstream" im Spiel ist als man selbst gerne zugeben oder haben würde..!

    Ich weiss, dass ich mit meiner Meinung díesbezüglich nicht alleine da stehe und es viele ehemalige "Ultras" oder "Ultra-Sympathisanten" gibt die das heute ähnlich sehen weil Ihnen die Identifikation mit der Sache durch diese Entwicklung verloren gegangen ist.

    Abschließend bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass ich großen Respekt davor habe was viele Ultragruppen in Ihrer Geschichte erreicht haben (sowohl in Deutschland als auch im Ausland) und welche spektakulären Shows sie teilweise abliefern. Mir fehlt allerdings das Vertsändnis dafür, dass man scheinbar vielerorots von dem ursprünglichen Gedanken (alle Aktiven Leute unter einen Hut packen und dem Kind einen Namen geben - siehe italienische Vorbilder) weggekommen ist, individuelle und regionale Merkmale der Fanszene aufgibt und sich selbst dem "Mainstream" hingibt und dadurch an Glaubwürdigkeit verliert.

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 2. Dezember 2008 um 15:38

    wieso ... Ihr seid doch gar keine "Ultras" ... ;)

  • Der dressierte Fanblock

    • Anno1905
    • 2. Dezember 2008 um 15:23

    Hab den Beitrag übrigens mittlerweile selbst komplett lesen können. Die ein oder andere Recherche halte ich für etwas zweifehalft (wenn die "Ultras Frankfurt" als erste ernstzunehmende deutsche Gruppierung bezeichnet werden, sollte man wenigstens die Anfänge in Deutschland nicht verschweigen, die bekanntlich in Leverkusen "Mad Boyz" und Köln "Eagles" liegen). Insgesamt aber ein sehr interessanter Artikel, der sich in fast allen Punkten mit meiner eigenen Meinung zu diesem Thema deckt.

  • Hoffenheim vs. Arminia

    • Anno1905
    • 2. Dezember 2008 um 15:15

    Dass der Bild-Bericht vermutlich mal wieder überzogen war, steht sicherlich außer Frage. Dennoch ist alleine die Tatsache, dass solche "Aktionen" mit Stadionverboten in Verbindung gebracht werden extrem ekelerrend.

    Ich persönlich gehe nun seit über 14 Jahren auf die Alm und habe in all der Zeit sicherlich den ein oder anderen Gesang bzw. die ein oder andere Szene mitbekommen die theoretisch weitaus drastischer zu verurteilen wäre. Ich erinnere mich nur an das Freundschaftsspiel gegen Bayern Müncen im Januar 1995. Arminia verlor 1:4 und Lothar Matthäus erlitt die schlimmste Verletzung seiner Karriere. Mit Achillessehnenabriss vom Platz getragen feierte das ganze (!) Stadion und winkte dem Verletzten mit einhergehenden "auf Wiedersehen"-Rufen hämisch zu.

    Damals war ich 12 Jahre alt und habe mich genauso wie alle Anderen von den Emotionen mitreissen lassen und somit natürlich auch wie selbstverständlich mitgemacht.

    Ein paar Jährchen später sangen auch nicht nur "ein paar sogenannte Fans" das "böse" Wosz-Lied sondern eine bedeutende Anzahl der Stehplatz-Besucher..!

    Das sind nur zwei kleine Beispiele aus alten Bielefelder Zeiten. In vielen anderen Städten ging es damals noch viel rauher zur Sache.

    Diese Zeiten haben sich endgültig verabschiedet. Fussball in der Deutschen "Eliteklasse" hat vom Umfeld her kaum noch etwas mit dem zu tun als noch vor ein paar Jahren.

    Hierbei sehe ich übrigens weniger die WM 2006 als Hauptgrund für diese Wandlung, sondern viel mehr die Entwicklung welche sich nun tatsächlich langsam aber sicher durchzusetzen scheint. In England wurde angefangen auf Stehplätze zu verzichten, die Eintrittspreise wurden teuerer, schließlich stiegen Großinvestoren ein und der Pöbel im Stadion war weg. Stattdessen bevölkern seit ein paar Jahren fast ausschließlich "Kunden" und "Event-Fans" die Terraces auf der Insel. Wen wundert es wenn die Karten eben keine 10-20 Euro, sondern tatsächlich mindestens 50 oder 60 Euro kosten?

    Hier in Deutschland konnte eine solche Entwicklung bislang noch aufgehalten werden. Zumindest scheint es so. Denn ganz so ist es dann doch nicht: Aufgehalten wurde diese Entwicklung (wie sie in England vorgelebt wird) eben doch nicht. Auch hier sind Stehplätze weggefallen, traditionsreiche Stadien in Kommerztempel verwandelt worden und Eintrittspreise erhöht worden. Das allerdings in einer Geschwindigkeit die der Fan verdauen kann.

    Was ich damit sagen will: Eine Entwicklung ala Hoffenheim und die momentane "50+1"-Diskussion war auch spätestens seit Anfang des neuen Jahrtausends nicht mehr weit weg.
    Ich glaube fest daran dass eine gewisse Systematik hinter dieser Entwicklung steckt und diese nicht erst seit diesem Sommer in den "Upper Class"-Büros des deutschen Fussballs diskutiert wird. Wie hier schon richtig erkannt wurde gibt es mit Schalke und Wolfsburg übrigens noch mindestens zwei weitere Clubs in der Bundesliga die mithilfe zweifelhafter finanzieller Mittel ihr Image aufpoliert haben.

    Machen wir uns nichts vor: Früher oder später wird auch die "50+1"-Regel fallen müssen. Vielleicht wettern die DFB-Bosse dieses aber jetzt noch gerade deswegen ab weil man Hoffenheim als "Pilotprojekt" ansieht und dieses eben möglichst gut verkaufen will..!?

    Es kommt doch nicht von ungefähr, dass (fast) ausnahmslos jeder wichtige Fussballmensch der vor der Linse steht, das "Projekt Hoffenheim" lobt und die Kritik anderer Fans sofort in Frage stellt. Für mich wirkt es jedenfalls weltfremd wenn sich ein Arminia-Verantwortlicher vor die Kamera stellt und etwas von "höchstem Respekt vor dem was man da aufgebaut hat" faselt, während spätestens auf der nächsten Fanversammlung wieder gejammert wird "wir können eben Spieler XY nicht kriegen, weil uns zig Vereine um ein Vielfaches finanziell überlegen sind - und überhaupt müssen wir für jeden Tag 1.-Liga-Fussball in Bielefeld dankbar sein !".

    Sorry, aber dabei fange ich an zu kotzen! Wie kann man einen Verein der mit solch wettbewerbsverzerrenden Mitteln da steht, wo er steht, loben und zeitgleich bei den Fans die Mitleidstour fahren ..??!

    Die Zeit wo Fussball in der ersten Deutschen Liga noch tatsächlich Fussball war, ist meiner Meinung nach vorbei. Das Spiel wirkt aufgrund der eben beschriebenen Entwicklungen befremdlich, die "Kunden" in den Stadien sowieso und der Pöbel wird angehalten, dabei möglichst mitzuspielen und sich den Regularien zu beugen. Und auch wenn das nicht viele aus "den harten Kernen" zugeben wollen: Genau das tun sie. Auch auf den Rängen wurden in der Vergangenheit zu viele Kompromisse mit Vereinsvertretern gemacht, welche dafür sorgen, dass man auch in Deutschland langsam zu dem "Endziel" kommt die "Marke Fussball" endgültig zu dem Event zu machen was wir in Hoffenheim im Moment alle noch so verabscheuen.

    Ich wette aber, dass in ein bis 2 Jahren kaum noch einer ernsthaft über Hoffenheim meckern wird. Es bleibt die Frage WARUM ? Weil sich die schnellebige Gesellschaft auch daran gewöhnt oder weil noch mehr Vereine diesem Beispiel gefolgt sind ..?!

    Nein, diese Art von Fussball ist nicht tragbar und lässt es auf Dauer höchstens noch zu das Spiel an sich zu genießen und alles Andere auszublenden - und dafür bleibt irgendwann vielleicht nur noch der Fernseher ...

  • Nachdenkliche Gedanken zur Kommerzialisierung des Deutschen Fussballs

    • Anno1905
    • 1. Dezember 2008 um 23:21

    korrekt ... aber die rosa Schals gibts mittlerweile bei fast allen Vereinen. Wenigstens das ist uns bislang noch erspart geblieben...

  • Hoffenheim vs. Arminia

    • Anno1905
    • 1. Dezember 2008 um 23:19

    wenn es nun auch in Bielefeld für solche "Vorfälle" Stadionverbote hageln sollte, muss ich mir ernsthaft überlegen ob das alles noch "mein Sport" ist...

  • Nachdenkliche Gedanken zur Kommerzialisierung des Deutschen Fussballs

    • Anno1905
    • 1. Dezember 2008 um 23:09
    Zitat

    Original von MonkeyMan
    Rosa Schals in Frankfurt:

    http://www.stoppt-rosa.de/

    ist doch schon ein "alter Hut" ;)

  • Hoffenheim vs. Arminia

    • Anno1905
    • 1. Dezember 2008 um 15:53
    Zitat

    Original von CrimePays
    Wenn der Hoffenheimer weg dort hinführen soll, wo ich befürchte, kann man sich auch kaum eine zweitklassige A- oder B-Jugendmannschaft für ein stimmiges Gesamtbild erlauben.
    Nochmal, das Konzept ist gut und die Gelder werden mit Weitblick platziert. Was aber bitteschön, ändert das an der grundsätzlichen Perversion dieses Modells? Ich finde es unfassbar, wie man ausgerechnet als Fan von Arminia Bielefeld diesen absolut wettbewerbsverzerrenden und unnatürlichen Eingriff des Herrn Hopp in die Seele des Fussballs noch derartig verteidigen kann. Wir reden hier über einen Verein der Größenordnung, der grundsätzlich auf Kreisebene beheimatet sein sollte, aber sich gerade anschickt, die Deutschen Herbstmeisterschaft zu erringen. Nach meinem Empfinden kann man das nur als direkt Beteiligter oder stiller Teilhaber richtig "gut" finden.
    Ich bin gespannt wie die hiesigen Bewunderer die Sachlage einschätzen, wenn der 7. oder 8. gelangweilte Geldsack sein eigenes Märchen schreibt. Falls denn die Spitzenpaarung der Bundesliga irgendwann Hoffenheim-Oggersheim lauten sollte, will ich jedenfalls nicht mehr zur Kundschaft gehören.
    So eingelullt und abgestumpft kann man eigentlich gar nicht sein.

    Klasse Beitrag - dem gibt es NICHTS hinzuzufügen.

  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum