Ja, es ist der Haussender, aber das weiß der Hörende ja und man kann insofern erwarten, dass kein Kreuzverhör Charakter entstehen kann. Kritische Fragen darf der Journalist stellen, von einem Vereinskommunikator ist das nicht zu erwarten…
Und ja, Rejek verlässt das Schiff nach zwei Jahren Bundesliga, sozusagen fast an der Spitze von dem, was man sportlich mit diesem Verein erreichen kann. Verlässt er vielleicht ein sinkendes Schiff? Ich glaube vielen geht es einfach gerade so und deswegen gibt hier auch die eine oder andere kritische Stimme.
Wie oben geschrieben: Ich finde es gut, dass Rejek die Fehler eingeräumt hat, die wirklich in seinem Tätigkeitsbereich lagen (also Logo und Farbwahl). Das waren auch seine größten. Die Äußerung zur Jobgarantie Kramers ordne ich wie folgt ein:
- Der sportliche Leiter hat zeitgleich mit der Entlassung eines erfolgreichen und beliebten Trainers einen Kurs vorgegeben, an dem man sich als Verein weiter ausrichten möchte. Verantwortlich für die Entlassung war der sportliche Leiter, genauso wie für die Einstellung des neuen Trainers
- aus meiner Sicht hat man sich vom Klassenerhalt dann blenden lassen und vieles dem neuen Kurs zugeordnet: der Trainer hat seine Wunschspieler bekommen, der sportliche Leiter hat mit Volldampf Talente gekauft und die Mannschaftshierarchie auf den Kopf gestellt. Verantwortlich: der sportliche Leiter
- was auch immer den sportlichen Leiter dazu bewogen hat, an Kramer nach dem Stuttgart Spiel oder wahlweise während der Niederlagenserie nach dem Union Spiel festzuhalten, bleibt sein Geheimnis. Ob er von irgendjemand mal öffentlich rückblickend dazu gefragt wurde, weiß ich nicht. Die Antwort wäre aber sicher hier diskutiert worden.
Ich sehe jedenfalls genauso wie nahezu alle hier: Die ausgesprochene Jobgarantie, die nach meiner Erinnerung vor Rejeks Statement immer wieder vom sportlichen Leiter ausgesprochen wurde, sehe als einen Riesen Fehler an. Das darf in der Form nicht passieren. Das weiß sicher Rejek auch, aber soll er das in seinem Abschlussinterview öffentlich von sich aus ansprechen? Ich finde, das muss er nicht, auch weil die Trainer Diskussion nicht in seinen Wirkungsbereich fällt. War es ein Fehler, dass er damals Arabi den Rücken stärkte, als er sich zu Kramer positionierte? Ja. In Köln wird er das vermutlich nicht mehr machen. Insgesamt hat sich Rejek selten bis gar nicht öffentlich zu sportlichen Details geäußert.
Insofern geht mir das Reduzieren von Rejeks Leistungen in seiner Amtszeit auf seine Äußerung zur Jobgarantie für zu kurz.
- ich habe es auch an anderer Stelle schon geschrieben: die Herren Uhlig, Anders, Meinke, Schnitzmeier und wie sie alle hießen, hatten alle ihre Möglichkeiten zu gestalten. Meinke war dediziert für die Stadiongesellschaft verantwortlich. Erst in der Zeit von Rejek ist es dem Verein gelungen, ein Bündnis aus Wichtigen unternehmen aus der Umgebung zu gewinnen, um Dinge rund um Infrastruktur und Verein umzusetzen. Da denke ich an das neue Trainingsgelände, aber auch andere Initiativen rund um Verein und Stadion, die Verein besser und zeitgemäßer darstehen lassen. 2017 war der Höhepunkt der stagnation in diesen Bereichen. Vergessen wohl viele - auch die vielen Rufer nach Oetker oder anderen Unternehmen aus der Region können sich an ihre Rufe wohl nicht mehr so recht erinnern.
- zur Komfortzone: ich habe es so verstanden, dass er die Arbeit in Bielefeld so einschätzt, als das man hier in seiner Funktion und Rolle mit Ruhe arbeiten kann. Mit Verweis auf deinen neuen Verein und das Umfeld, schätzt er das dort ganz anders ein, was eine Umstellung bedeutet.