Eigentlich hatte ich mich gestern abgemeldet, aber seitdem geht mir das Thema doch mehr durch den Kopf, als ich erwartet hätte, und deshalb möchte ich einen Gedanken noch loswerden bevor ich wieder verschwinde.
Vorweg: Mir geht es nicht darum, die Existenz der Regel „Keine Politik“ grundsätzlich in Frage zu stellen. Ich kann nachvollziehen, warum ein Fußballforum politische Grundsatzdiskussionen vermeiden möchte. Solche Themen eskalieren schnell und kosten Moderation und Community viel Energie.
Was mich an diesem konkreten Fall stört, ist etwas anderes.
Der Ausgangspunkt war keine parteipolitische Debatte, sondern eine offizielle Stellungnahme unseres Vereins. Arminia hat sich öffentlich zu Vielfalt, Respekt und einem offenen Miteinander bekannt und nach den Reaktionen darauf sogar noch einmal bekräftigt, dass dies die Werte des Vereins sind.
Wenn jede positive oder zustimmende Bezugnahme darauf unmittelbar als politische Diskussion behandelt wird, entsteht für mich ein merkwürdiger Effekt: Ausgerechnet die Werte, für die der Verein ausdrücklich steht, werden dadurch selbst zu einem politischen Streitgegenstand gemacht.
Ich finde, man macht sich damit das Leben schwerer als nötig. Denn die Botschaft lautet dann nicht mehr: „Das sind die Werte unseres Vereins.“ Sondern zumindest gefühlt: „Darüber reden wir besser nicht.“
Dabei hätte es aus meiner Sicht auch einen anderen Weg gegeben. Man hätte sagen können: Das sind die Werte, für die Arminia steht. Darüber besteht hier keine Diskussion. Eine politische Grundsatzdiskussion führen wir trotzdem nicht. Damit wäre die Diskussion begrenzt gewesen, ohne die Werte selbst auszublenden.
Und ich finde es erst recht schade, wenn sich am Ende diejenigen zurückziehen, die sich mit den Werten des Vereins identifizieren und diese ausdrücklich verteidigen möchten.
Mehr wollte ich dazu eigentlich gar nicht sagen. Aber nachdem mich die Diskussion nun doch einen Tag länger beschäftigt hat als gedacht, wollte ich diesen Gedanken noch einmal loswerden.