Entweder ich halte mich an Regeln oder ich tue es nicht. Ob die Regeln doof sind, darüber mag man ja streiten können, aber grundsätzlich sind sie eben erstmal da.
Und wer friedlich ein Fußballspiel anschaut, der sollte in der Regel kein Problem mit einem Stadionverbot bekommen. So naiv bin ich da erstmal.
Ich befürchte, dass das das Probelm an der Debatte ist, insbesondere in den Kommentarspalten der Sozialen Medien. Die Maßnahmen, die jetzt, nachdem seit ca. einem Jahr hinter verschlossenen Türen diskutiert wurde, treffen nicht nur die Ultras, sie treffen uns alle.
Ich muss mich nicht schlecht benehmen, damit ich bei einer Kontrolle von personalisierten Tickets entweder stundenlang vorm Stadion stehe, weil das eben so lange dauert, wenn ein Mensch Perso und Ticket abgleicht oder kürzer, weil eine KI, die dann meine Daten - Name und Bild und persönlich Infos - sonst wo speichert (und für was auch immer benutzt) das übernimmt. Nein, ich muss nur ein Fußballfan und Stadiongänger sein.
Und ich möchte alle Autofahrer mal hören, wenn ihnen, weil ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen die StVO eingeleitet wurde, der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen werden muss, weil eines der Autos, dass zeitgleich unterwegs war, irgendwas beschädigt hat. Also Kollektivstrafe für alle Autofahrer, die an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort waren.
Ich empfehle allen, sich die geplanten Maßnahmen in Ruhe durchzulesen und sich dann zu fragen, ob das wirklich angemessene Maßnahmen sind. Und dabei macht es Sinn, in den Bericht der ZIS zu gucken, der nämlich auch bestätigt, die Stadien sind sicher.
Die IMKs haben hier ein Thema gefunden, was sich gut macht, wo man die breite Öffentlichkeit, die nur negatives im Fußball und im Stadion sieht, weil eben nur die negativen Einzelfälle in der Presse aufgebauscht werden, mitnehmen kann. Das ist Populismus und kein Agieren nach Fakten.
Und, nein, ich bin kein Ultra, aber jemand, der hier große Gefahren für den Fußball (i.S. der Zerstörung von Gemeinschaft) und aber auch der Gesellschaft (Überwachung, Kollektivstrafen) sieht. Ich unterstütze daher absolut die Fanszenen Deutschlands mit ihrer Petition und auch mit dem Aufruf, 12 Minuten zu schweigen.