ZitatAlles anzeigenMünchen/Bielefeld - Erfolg schützt vor Wirbel nicht. Aktuelles Beispiel: Arminia Bielefeld.
Der Aufsteiger steht nach dem Sieg am Wochenende gegen Meister Bremen auf Platz sechs in der Bundesliga. Unruhe gibt es trotzdem.
Der Grund: Die Zukunft von Trainer Uwe Rapolder und Manager Thomas von Heesen ist trotz auslaufender Verträge noch offen. Und bislang fehlt ein klares Bekenntnis der Vereinsführung.
Gespräche über Verlängerungen der Kontrakte sollen trotz der positiven sportlichen Entwicklung erst in der Winterpause geführt werden.
Von Heesen vor dem Aus?
Das sorgt für Spekulationen. Nach Informationen der "Sport Bild" droht von Heesen am Saisonende das Aus. Der Vertrag des 43-Jährigen soll angeblich nicht verlängert werden. Zudem habe es bereits mit dem potenziellen Nachfolger Edgar Geenen Gespräche gegeben.
"Das ist Unsinn", dementiert Präsident Hans-Hermann Schwick im Gespräch mit Sport1, "weder haben Gespräche mit Edgar Geenen stattgefunden noch finden Gespräche mit anderen Kandidaten statt."
Er stellt klar: "Es bleibt bei unserem Fahrplan: In der Winterpause werden Gespräche geführt."
Schwick lässt Manager im Unklaren
Eine Tendenz, ob es mit von Heesen weitergehen soll oder nicht, gibt der Rechtsanwalt aber nicht preis. "Das sind bilaterale Gespräche. Und man gibt ja nicht vorher schon seinen Standpunkt bekannt." Die Spekulationen wird das nicht beenden.
Von Heesen erklärt zwar, dass ihm Gespräche mit einem möglichen Nachfolger zugetragen worden seien. Doch er geht davon aus, dass noch keine Entscheidung gefallen ist.
"Die Aussage des Präsidenten steht für mich. Er hat gesagt: 'Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause setzen wir uns an einen Tisch.' Das ist die Info, die ich habe und daran halte ich mich", sagt er Sport1.
"Es gibt keine Angebote"
Von Heesen wird zwar auch in Duisburg und in Wolfsburg gehandelt. Doch er will in Bielefeld bleiben. Kein Wunder, so gut wie im November 2004 stand die Arminia schon seit Jahren nicht mehr da. Und daran hat der 43-Jährige großen Anteil.
"Es gibt keine Angebote. Wichtig ist für mich die Mannschaft und der sportliche Erfolg", sagt der Ex-Profi, der von 1994 bis 1999 für Bielefeld spielte und seit 2004 als Sportdirektor dort tätig ist.
Differenzen mit Finanz-Chef?
Doch angeblich soll es seit längerem Differenzen mit dem finanziellen Geschäftsführer Roland Kentsch geben. Von Heesen sagt dazu:
"Dass da zwei Dinge aufeinanderprallen, die finanzielle Seite und der sportliche Anspruch, den man in Bielefeld hat, ist klar. Dass man da auch kontrovers diskutiert, ist auch klar. Aber wichtig, dass man immer den Respekt voreinander behält und den haben wir absolut."
Erfolgs-Duo in der Warteschleife
Doch nicht nur von Heesen ist in der Warteschleife. Auch Trainer Rapolder muss sich bis zur Winterpause gedulden. Dessen Erfolg mit der Arminia ist natürlich nicht verborgen geblieben.
Kürzlich äußerte Dortmunds Großaktionär Florian Homm den Wunsch, Rapolder zum BVB zu lotsen. Homm ruderte später zurück, entschuldigte sich für sein Vorpreschen. Doch es zeigt eindrucksvoll den gestiegenen Stellenwert des Bielefelder Coaches.
"Meine Empfehlung, mit Rapolder zu verlängern, ist doch klar", sagt von Heesen.
Rapolder macht sich für von Heesen stark
Diese Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit. "Thommy ist für mich ganz wichtig, mein Vertrauensmann", erklärt der Trainer. Rapolder hält große Stücke auf von Heesen.
Und die Frage, ob er verlängert, hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, wie sich der Verein in Sachen Manager entscheidet.
Bei einem Abgang des Trainers droht den Arminen aber ein Dammbruch, denn für diesen Fall haben Führungsspieler wie Fatmir Vata und Ervin Skela ebenfalls mit ihren Weggang angedroht.
Und für Rapolder steht bereits jetzt fest: "Ich mache es nicht wie in Mannheim in Doppelfunktion. Dort wurde ich am Ende als machtgieriger Tyrann dargestellt. Ich will mich weiter ganz auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren."
Lest euch mal das durch was ich Fett geschrieben habe. Das stellt wohl erstmal alles klar. Trotzdem kann es sein der er geht!