Die Taktik der AfD ist klar. Ständiges Provozieren, Hetzten und Austeilen, um sich bei entsprechenden Gegenreaktionen als Opfer zu stilisieren. Man gewinnt, beim Beobachten dieser Partei eine Ahnung, was aus den Schulhofmobbern von früher geworden ist.
Fakt ist die AfD ist in Deutschland nicht verboten, sie ist nicht von der Parteienfinanzierung ausgeschlossen und sie und auch ihre Anhänger können ohne jedwede staatliche Verfolgung ihre Aussagen und Themen laut in die Welt hinaustragen.
Das man bei den getätigten Thesen und der dazu passenden Wortwahl Widerspruch provoziert, Diskussionen über die zuvor genannten Maßnahmen beginnen und tatsächlich auch gesellschaftlicher Druck entsteht ist eine logische Folge und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch genauso beabsichtigt, um sich hinterher als Opfer darstellen und den Staat diskreditieren zu können und zwar auch für Maßnahmen, die dieser überhaupt nicht getroffen hat. Wir sehen hier im Thread sehr schön, wie das funktioniert. Oder auch gerade ganz aktuell bei Bernd Baumann, ironischer Weise bei der Tagesschau.
Man sollte an dieser stelle einfach die Augen offenhalten und nicht auf diese Methoden hereinfallen.
Das die AfD mit dieser Vorgehensweise so einen besonderen Erfolg hat liegt natürlich auch mit an den anderen Parteien, die für diese Taktik den perfekten Boden bereitet haben. Beispiel gibt es viele, die SPD die ihren sozialen Kern nicht mehr glaubhaft vertritt, die Grünen mit ihrer Gesellschaftspolitik die aufgrund ihrer Kompromisslosigkeiten radikalisiert, die FDP die Innovationen verspricht, aber letztlich nichts liefert, die CDU die dieses Land unter Merkel in die Krise verwaltet hat und auch heute kein schlüssiges Konzept vorzuweisen hat, die Linke … ja muss ich noch was schreiben? Oder am Ende die schlicht total verkommende Diskussionskultur, die sachliche, aber unliebsame Meinungen immer viel zu schnell in eine Ecke drückt und zur Radikalisierung beiträgt. Ja die sogar dazu führt, dass Wortmeldungen die tatsächlich in diese Ecken gehören würden gar nicht mehr als solche auffallen. Ich habe es an anderer Stelle schonmal geschrieben. Es ist ein Trauerspiel.
Nichts destotrotz hat die AfD keine Lösungen im Köcher, die auch nur irgendetwas besser machen würden.
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass genau die von Pasi ironisch getroffenen Aussagen einiges von dem enthalten, was bei einer AfD Regierung in Deutschland tatsächlich zu erwarten wäre. Und zwar mit genau der irrigen Begründung, dass die anderen genau diese Methoden angewandt hätten. Ich kann da nur zum widerholten Male raten die AfD beim Wort zu nehmen, denn sie kündigt genau solche Maßnahmen ganz offen an. „Aufräumen“, „Ordnung schaffen“, „Ausmisten“, „Jagen“. Man braucht keine vermeintlichen oder tatsächlichen „Staatsmedien“ oder „Die Medien“, um das zu sehen. Einfach die eigenen Aussagen der AfD kritisch verfolgen und sich nicht erschrecken, was einem der Algorithmus sonst noch so als sehenswert vorschlägt, wenn er den Eindruck gewinnt, man würde sich für die AfD interessieren. Die für eine Einschätzung nötigen Informationen kann man sich schnell aus erster Hand besorgen.
Auch in der Sachpolitik hat die AfD dabei objektiv betrachtet keine Lösungsansätze zu bieten. Ihre Vorschläge greifen ausnahmslos die Sehnsucht nach der vermeintlich besseren Vergangenheit auf, wobei gerade die Fehler der Vergangenheit, auf die viele heutige Problem zurückzuführen sind wiederholt werden sollen. Sei es in der Energiepolitik, wo die AfD weiter auf den Import und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen setzt. Wobei jeder wissen müsste, dass mit Ausnahme der Braunkohle diese Energieträger zu 99% importiert werden müssen und uns daher wirtschaftlich und politisch abhängig machen, sowie eine Menge Geld kosten. Auch bei einer erfolgreichen Energiewende, wird Deutschland Energie importieren müssen, gerade auch um den Primärenergieverbrauch zu decken, aber es wird signifikant weniger sein und man kann die Importquellen sehr stark diversifizieren, weil man nicht darauf angewiesen sein wird, wo der liebe Gott Öl, Gas und Kohle vergraben hat.
Das Aus für den Verbrenner wird als das große Problem für die deutsche Automobilindustrie ausgewiesen. Wer sich die Verkaufszahlen genauer anschaut wird erkenne, dass das einseitige Festhalten an dieser Technologie die Zukunftsfähigkeit der Industrie gefährdet. Gerade in Asien, wovon man selbst stets gesprochen hat. Die Autoindustrie hat den „Vorsprung durch Technik“ schlicht verpennt.
Beim Thema Einwanderung gäbe es soviel zu bereden, aber auch hier hat die AfD keine neuen Ansätze, außer die Grenzen dicht zu machen. Das dürfte in Bezug auf den Fachkräftemangel genauso schädlich für die Wirtschaft sein, wie das nicht sehen wollen der Probleme einer unreglementierten Migration von grüner Seite schädlich für das gesellschaftliche Klima ist.
Und so könnte man alle Themen durch gehen und erkenne, dass die AfD nichts Neues zu bieten hat. Eigentlich geht es der Partei nur um das Kanalisieren von Wut und Stereotypen, um selbst daraus Profit zu schlagen. Ironischer Weise ist es genau das gleiche, was man den „etablierten Parteien“ vorwirft, nur noch radikaler. Alles nur zum eigenen Nutzen zu tun. AfD-Bonzen, die mit dem Elektro-Auto zur Sitzung zu fahren, um über die Elektromobilität zu hetzen. Solchen Leuten sollte man nicht die Demokratie anvertrauen, so unvollkommen sie auch sein mag.
Ich habe lange überlegt, ob ich so einen Beitrag überhaupt schreiben soll, weil es doch ziemlich fruchtlos sein wird. Aber ich bin an einem Punkt angekommen, wo mir mein Gewissen verbietet, gewisse Thesen hier unkommentiert stehen zu lassen. Sollte ich es doch tun, dann nur weil ich es mir zu viel wird und ich letztlich auch alles Wichtige geschrieben habe und mir die Lust auf einen Kreislauf im Hamsterrad abhandengekommen ist. War beinahe schon so weit, aber ein Beitrag vor ein paar Seiten hat mich einfach getriggert. Soll sich jeder seine Meinung aufgrund der Beiträge und anderer Einflüsse bilden, aber das letzte Wort hat nicht immer recht. ![]()