"Unser Teamgeist ist eine sehr gute Waffe"
In 19 Spielen für Arminia Bielefeld gelangen Bastian Reinhardt bisher zwei Treffer
München - Er gehört zu den Dauerbrennern der Liga: Bastian Reinhardt (27) hat in dieser Saison noch nicht eine einzige Spielminute verpasst.
Auch beim 0:0 gegen den designierten Meister FC Bayern München gehörte der Bielefelder Abwehrchef zu den herausragenden Akteuren seines Teams.
Ziel bleibt der Klassenerhalt
Trotz des bisher überraschend guten Abschneidens des Aufsteigers (Tabellenplatz zehn) bleibt Reinhardt Realist: "Die Abstiegsgefahr ist immer da, dessen sind wir uns bewusst."
Der 1,94 Meter große Abwehrrecke hat sich für den Rest seiner Karriere noch einiges vorgenommen: "Die Nationalmannschaft ist sicherlich noch ein Ziel. Warum soll es mir nicht gelingen, irgendwann mal dort zu spielen?"
Sport1: Bastian Reinhardt, ihre Mannschaft überzeugte auch gegen den FC Bayern, sogar ein Sieg war möglich. Wie erklären Sie sich das bisherige gute Abschneiden der Arminia?
Bastian Reinhardt: Wir sind sehr eingespielt, harmonieren als Team sehr gut. Auch für neue Spieler ist es einfach, sich in unserer Mannschaft zu integrieren. Der Teamgeist, der bei uns herrscht, ist sicherlich eine sehr gute Waffe, um in der Ersten Liga bestehen zu können.
Sport1: Wie akut ist in Ihren Augen derzeit die Abstiegsgefahr bei fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone?
Reinhardt: Die Abstiegsgefahr ist immer da, dessen sind wir uns bewusst. Das ist aber ein Druck, mit dem wir umgehen können. Wir haben in der Hinrunde mehr Punkte geholt, als wir uns ausgerechnet hatten. Das ist sicherlich eine gute Ausgangsposition. Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir noch ein sehr schweres Programm haben und dass es sehr schnell gehen kann, unten wieder reinzurutschen.
Sport1: Benno Möhlmann hat über Sie gesagt, Sie seien bei der Arminia der Spieler, der am schwersten gleichwertig zu ersetzen ist. Wie sehr freut Sie ein solches Kompliment?
Reinhardt: Natürlich freut mich das. Das ist eine Aussage, die mich sehr ehrt, aber auch Ausdruck dafür ist, dass ich gute Leistungen gebracht habe.
Sport1: Sie spielen bisher eine überragende Saison. Fühlen Sie Ihre Leistungen in Bielefeld angemessen gewürdigt? Die Schlagzeilen gehören schließlich meist anderen.
Reinhardt: Es ist normal, dass die Offensivspieler noch mehr im Blickpunkt stehen. Aber ich denke schon, dass meine Leistung hier in Bielefeld gewürdigt wird. Das habe ich in der Vergangenheit in vielen Gesprächen gemerkt. Auch die Fans wissen meine Leistungen durchaus zu würdigen.
Sport1: Den "Starkult" vermissen Sie also nicht?
Reinhardt: Nein. Ich bin nicht der Typ, der permanent im Blickpunkt stehen muss. Ich bin in erster Linie ein Teamspieler und versuche einfach, meinen Job gut zu machen. Ich bekomme Bestätigung von meinen Mitspielern und meinem Trainer. Damit bin ich eigentlich sehr zufrieden.
Sport1: Sie haben Ihren Vertrag im Herbst bis 2005 verlängert. Haben Sie dennoch das Ziel, noch einmal bei einem renommierten Verein zu spielen?
Reinhardt: Ich bin mit meiner Entwicklung hier in Bielefeld sehr zufrieden. Ich fühle mich sehr wohl und sehe durchaus das Potenzial, mich sportlich weiterzuentwickeln. Wenn es irgendwann mal andere Angebote geben sollte, dann werde ich mir das natürlich auch ansehen. Aber ich werde mir sicherlich genau überlegen, ob ich diesen Verein verlasse.
Sport1: Leverkusen suchte neulich Ersatz für den langzeitverletzten Jens Nowotny. Hätte Sie diese Rolle gereizt?
Reinhardt: Das wäre sicherlich interessant gewesen. Aber ich habe bei Bielefeld unterschrieben, um auch hier zu bleiben. Ich habe im Moment überhaupt nicht die Absicht, den Verein zu wechseln.
Sport1: Sind Sie mit 27 Jahren schon zu alt, um noch von der Nationalmannschaft zu träumen?
Reinhardt: Das ist sicherlich noch ein Ziel. Ich bin eigentlich immer ein Spätentwickler gewesen, bin auch erst spät in die Bundesliga gekommen. Den Traum von der Ersten Liga habe ich mir erfüllt, warum soll es mir also nicht auch gelingen, irgendwann mal in der Nationalmannschaft zu spielen?
Sport1: Hat sich der Teamchef schon bei Ihnen gemeldet?
Reinhardt: Nein. Es ist sicherlich auch nicht ganz so einfach, von einem Verein wie Arminia Bielefeld in die Nationalmannschaft zu kommen. Ich weiß nicht, ob ich bei Rudi Völler im Notizblock stehe. Auf den Positionen, auf denen ich spielen könnte, herrscht in Deutschland sicherlich auch eine große Konkurrenz.
Das Gespräch führte Eike Hessari
...einfach ein glücksfall der mann, von reinhardts bodenständigkeit sollte sich diabang mal eine scheibe abschneiden !!!
oemmes