Sicher. Aber das 1. Jahr in Liga 3 war und ist dennoch exemplarisch für die Lernbewegungen von Kniat und die sind in Summe zu disruptiv und radikal. Kniat neigt jedenfalls teilweise dazu, dass er 180-Grad-Wenden hinlegt. Und das ist keine nachhaltige Art sich zu entwickeln. Gestartet ist man mit dem 3er-Mittelfeld Wörl, Mizuta und Boujellab/Biankadi. Weil Wörl keine Holding Six gespielt hat, wurde man regelmäßig durch die Mitte ausgekontert. Und jetzt schauen wir uns mal das "Learning" (wie man heute modisch sagt) von Kniat an. Mittlerweile spielt man nichts mehr durchs Zentrum nach vorne. Das ist mMn nach ein ganz schlechtes Learning. Da fällt einem das Sprichwort "Das Kind mit dem Bade ausschütten" ein. Deswegen halte ich Kniat für einen wirklich schlechten Taktiker.
Daran habe ich auch schon mehrfach gedacht: diese leichten Gegentore am Anfang der ersten Drittliga-Saison, angefangen mit Fehlpass durch die Mitte während der Vorwärtsbewegung der gesamten Mannschaft, leichtes Auskontern, Abwehr in der IV mit Gohlke und Belkahia… Das hat Kniat mit einem „nie wieder“ zulasten der Variabilität unterbunden.
Zur Wahrheit gehört aber leider auch, dass Russo diese Saison fast gar keine zumindest für mich sichtbare spielerische Elemente einbringt. Das ist durch die neue IV noch eklatanter geworden. Bauer und Knoche sind viel mehr als z.B. Schneider zuvor für den Spielaufbau zuständig. Welchen Spielertyp wir perspektivisch auf der 6 brauchen, ist für mich eine der, vielleicht sogar die wichtigste Frage für die neue Saison, in der es bei erfolgreichem Klassenerhalt mal bestimmt bis zum 10. Spieltach mit Kniat/Jara weitergeht.