Wer glaubt, ein Trainer alleine kann Hierarchien implementieren und Gruppendynamiken kontrollieren, ist leider auf dem Holzweg! FK hat ja das pädagogische Rüstzeug, um diese Entwicklungen zu bemerken und dem auch entgegen zu wirken. Aber du kannst als Trainer oder auch Verantwortlicher allgemein an den Punkt kommen, wo Teambuildingaktivitäten (wir bauen jetzt gemeinsam ein Floß), Aussprachen, das Herausstellen der gemeinsamen Ziele (im Fußball relativ simpel: Nichtabstieg) und auch eine Mediation nichts mehr bewirken. Nämlich dann, wenn die Charaktere zu unterschiedlich in der Gruppe sind und vor allem, wenn das gemeinsame Ziel in Frage gestellt wird. Nach dem, was man jetzt so lesen und hören kann, war der ein oder andere nur an der eigenen Marktwertmaximierung interessiert, während andere, nachdem sie das große Ziel 1. BuLi erreicht hatten, mental einen kleinen Schritt zurück geschaltet haben. Das trifft natürlich bei Veteranen wie Klos oder Ortega auf komplettes Unverständnis, der eine lebt und atmet den Verein und denkt nicht in Geldscheinen, der andere ist so intrinsisch motiviert, dass er immer und überall das Beste leisten will und maximalen Erfolg hat. Arminias Faustpfand in den letzten Jahren war immer die Tatsache, dass die Achse der wichtigsten Spieler und meisten Stammspieler immer extrem gut harmoniert hat, bei vielen bestanden und bestehen noch freundschaftliche Verbindungen und selbst wenn dies nicht der Fall war (wie bei Vogi und Klos) so hat man sich doch akzeptiert und respektiert und erkannt, dass eine gute Zusammenarbeit die Basis für gemeinsamen Erfolg ist.
Das fehlt der aktuellen Mannschaft komplett! Klos hat sich deutlich zurückgezogen, durch die blöde Verletzung steht er zudem nicht mehr auf dem Platz, andere sind mit dem Aushandeln neuer Verträge beschäftigt, was erklärt, wieso man die letzten 5 bis 10% nicht auf dem Platz bringen kann. Ein Prietl lebt die Kapitänsrolle gänzlich anders als Klos, weil er von Natur aus ein anderer Typ ist, aber vor allem leider auch nicht mit Leistung voran gehen kann. Bei so einer Entwicklung, den verschiedenen Charakteren und mittlerweile Kulturen kannst du als Trainer machen, was du willst, da wirst du die Gruppendynamik nicht groß ändern können. Die letzte Möglichkeit, die man hat, ist tatsächlich, die ein oder zwei "Hauptverursacher" oder "Wortführer" der fehlerhaften Gruppendynamik zu sanktionieren und vom Training auszuschließen. Das hat allerdings weder FK noch Arabi gemacht, FK aus dem Grunde, weil er versucht hat, immer alle mitzunehmen und damit zu nett war, Arabi nicht, weil er dadurch die sportlichen Ziele als gefährdet ansah. Insgesamt sehe ich hier nach allen vorliegenden Informationen eher die Kaderzusammenstellung, in dem augenscheinlich Potential und mögliche Transfererlöse über Charakter gestellt wurden, als den Trainer als das eigentliche Problem an und fällt somit für mich auf Arabi zurück!